Grasser auf neuen Wegen

Karl-Heinz Grasser steigt in die Kommunikationsbranche ein. Trotz geringem Arbeitspensum dürfte der Expolitiker dabei gut verdienen.

Als es dieser Tage hieß, Karl- Heinz Grasser sei in die Arbeitswelt zurückgekehrt und als Gesellschafter einer neu gegründeten Agentur
in die PR-Branche eingestiegen, dachten viele zunächst an einen Scherz. Zumal der in Österreich populäre Exfinanzminister seit seinem Rücktritt im Jänner wiederholt verkündete, er werde Berufliches für längere Zeit hintanstellen, um sich gänzlich seiner Ehefrau Fiona zu widmen. Tatsächlich hat das Jet-Set-Paar in den letzten Wochen so gut wie jede High-Society-Fete in trauter Zweisamkeit frequentiert. Dass der 37-Jährige an seriöse Arbeit denken soll, erscheint etwa beim Blick auf ein Foto von Grasser mit nacktem Oberkörper im schicken Designer-Sakko eher unwahrscheinlich.

Doch so schnell dürfte sich an Grassers Lebensstil ohnehin nichts ändern: Obschon der Kärntner mit seinen langjährigen Freunden Walter Meischberger und Peter Hochegger nun die Wiener Kommunikationsagentur Valora Solutions leitet, ist er nur peripher am aktiven Geschäft beteiligt. Im Klartext: KHG lukriert als Gesellschafter zwar ein Drittel aller Einnahmen, fungiert aber nur in besonderen Fällen als Berater. Laut Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger soll der Name Grasser vor allem eine elitäre Klientel sichern. „Karl-Heinz wird aber einen eigenen Schreibtisch haben“, so Meischberger, „mehr als zweimal im Monat dürfte er diesen jedoch nicht benützen.“ Der Exminister selbst sieht seine Rolle als Consulter, etwa von Politikern aus dem Osten, „zwar nicht als berufliche Hauptaufgabe, jedoch als schöne Herausforderung, Österreich europaweit als kommunikative Schaltstelle zu etablieren“.

Auch für Grasser steht also fest, dass er nicht lange nur Berater bleiben dürfte. Denn ein neuer Job könnte, wie es heißt, Nebenaktivitäten unterbinden und auch die 15.810 Euro monatlich, die Grasser als arbeitsloser Exminister bezieht, schon bald überflüssig machen. Gut zehn lukrative Jobs sollen Grasser bereits angeboten worden sein. So wird er etwa als Ost-Chef von VW in Moskau oder Investmentbanker in New York gehandelt. Als wahrscheinlichste Variante gilt ein Einstieg bei der Meinl Bank.

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