Grasser im Interview: "Das größte politsche Wunder"

Finanzminister Karl-Heinz Grasser über den Wahlerfolg von Wolfgang Schüssel, seine politische Zukunft und eine mögliche Koalition mit der FPÖ.

Format: Die ÖVP hat die Wahl gewonnen. Warum?

Grasser: Für mich ist das das größte politische Wunder, seit ich politisch denken kann. Ich kann nur Wolfgang Schüssel aufrichtig und mit Freude zu diesem überwältigenden Wahlsieg gratulieren. Man muß der Bevölkerung danke sagen, weil dieses Ergebnis ganz klar die Fortsetzung unserer bisherigen Erneuerungspolitik bedeutet. Wen sich die Österreicher als Kanzler wünschen, ist eindeutig festgelegt. Diese Wahl muß der Beginn eines zweiten umfassenden Reformschubs für Österreich sein.

Format: Was bedeutet dieses Ergebnis für Sie persönlich?

Grasser: Eine meiner Voraussetzungen, daß die Österreicher mit einem deutlichen Votum für unsere Politik stimmen müssen, ist erfüllt. Dazu ist meine Unabhängigkeit gewährleistet. Was noch fehlt, ist ein Koalitionsabkommen, das die Reform des Landes garantiert.

Format: Die ÖVP hat drei Koalitionsoptionen. Ist für Sie auch eine Neuauflage von Schwarz-Blau vorstellbar?

Grasser: Ich will da überhaupt nicht spekulieren. Mich hat positiv überrascht, daß der Wähler dem unfinanzierbaren, illusorischen Wunschkonzert des Alfred Gusenbauer nicht geglaubt hat. Das allererste Interesse muß sein, daß wir möglichst rasch eine stabile Regierung bilden, die das riesige Vertrauen der Bevölkerung rechtfertigt. Dieses Ergebnis ist für mich als potentielles Regierungsmitglied ein gewaltiger Auftrag.

Format: Werden Sie Teil des ÖVP-Koalitionsverhandlungsteams?

Grasser: Das ist mit dem Bundeskanzler noch nicht besprochen, aber ich gehe davon aus, daß wir das in den nächsten Tagen klären werden. Im Bereich der Finanz- und Wirtschaftspolitik werde ich sicher ein kräftiges Wort mitsprechen. Alles andere ist Sache des Kanzlers.

Interview: Klaus Dutzler

Das ausführliche Interview lesen Sie im neuen FORMAT-Wahl-Extra.

BMW macht für Motorenfabrik in Steyr Millionen locker.

Auto & Mobilität

BWM Werk Steyr investiert 340 Millionen für Dieselmotoren

Künftige Pensionisten sind mit gewaltigen Pensionslücken konfrontiert, auch der Staat, wenn dieser das Ruder nicht herum reißt, warnt das Weltwirtschaftsforum.

Geld

Zeitbombe Pensionslücke: Gefährlicher als jede Finanzkrise

Österreichs Unternehmen ohne Panik in die Digitalisierung

Bonität

Österreichs Unternehmen ohne Panik in die Digitalisierung