Goldenes Pflaster: Aufschwung Ost

EU-Beitritt und Rohstoff-Hausse sorgten in den vergangenen Jahren an den Ostbörsen für satte Gewinne. Doch trotz der Kursanstiege dürfte sich ein Einstieg weiterhin lohnen.

In kaum einer Region war in den vergangenen Jahren so leicht so viel Geld zu verdienen wie in Europas Osten. Während in den USA politische Risiken und gigantische Defizite die Börsen belasten und in Westeuropa hohe Lohnkosten, mageres Wirtschaftswachstum und behäbige Strukturen den Anlegern die Laune verderben, boomen die Börsen zwischen Moskau und Budapest. Seit Anfang 2003 schossen die Indizes an den wichtigsten vier Aktienmärkten – Moskau, Prag, Warschau und Budapest – nach oben. Tschechische Papiere stiegen im Schnitt um 117 Prozent, das Schlusslicht Warschau brachte immer noch 58 Prozent Plus.

Angesichts dieser Kursexplosion liegt der Schluss nahe, die Gewinne mitzunehmen und das Weite zu suchen. Doch dieser – in vielen Fällen gesunde – Reflex könnte diesmal falsch sein. Die Chancen in Osteuropa sind nämlich nach Ansicht von Fondsmanagern und Analysten weiterhin intakt. Angelika Millendorfer, die mit ihrem Team den Raiffeisen Osteuropa Aktienfonds gestioniert, räumt zwar ein, dass die bisherige Performance tatsächlich ausgezeichnet war. Aber: „Die Bewertungen der Aktien – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis – sind nicht so stark angestiegen, weil sich die Gewinne der Unternehmen auch stark verbessert haben.“ Zwar haben sich die Bewertungsabschläge gegenüber etablierten Märkten verringert, aber Ostaktien sind im Schnitt immer noch rund 20 Prozent günstiger als Papiere an den Eurobörsen oder in London.

Gleichzeitig sind jedoch die Wachstumschancen in Osteuropa wesentlich aussichtsreicher. „In den kommenden Jahren“, erklärt Millendorfer, „wird das BIP-Wachstum in dieser Region um 1,5 bis 2 Prozentpunkte über jenem von Westeuropa liegen.“ Damit werden auch die Gewinne der Unternehmen rascher zulegen. „Osteuropa und Russland“, ist auch Stefan Böttcher, Manager des Magna Eastern European Fund, überzeugt, „bieten dem Investor auch in Zukunft eine Vielzahl von Unternehmen mit attraktiven Bewertungen.“ Auch die zahlreichen anstehenden Börsengänge stimmen den Investmentprofi zuversichtlich.

Allerdings warnen die Experten Anleger davor, die Ostbörsen über einen Kamm zu scheren. Jeder Markt hat seine eigenen Chancen und Probleme, woraus sich unterschiedliche Strategien ergeben.

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