Golden Goals für Friedrich Stickler

Wie kein anderer steht er im Mittelpunkt der Emotionen: ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, Chef der Österreichischen Lotterien, muss aus der Performance der Austro-Kicker wirtschaftlich das Beste machen.

Nach der 1:3-Niederlage der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Deutschland hingen dunkle Wolken über dem im Wiener Ernst-Happel-Stadion ansässigen Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB). Wäre die krisengeschüttelte, derzeit nur auf Platz neunzig der FIFA-Weltrangliste rangierende Austro-Elf von Nationaltrainer Hans Krankl bei der Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft 2006 auch gegen England und Aserbaidschan untergegangen, hätte es harsche Konsequenzen gegeben. Krankl hätte seinen Sessel wohl räumen müssen, und ÖFB-Präsident Friedrich Stickler wäre mangels üppiger Kartenverkäufe für die uninteressant gewordenen Qualifikationsspiele mit dem ÖFB-Budget im Abseits gestanden. Stickler: „Wenn wir verloren hätten, wäre immer noch die Frage gewesen, wie. Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass nicht alle das Letzte gegeben haben oder dass die Strategie falsch war, hätten wir alle sehr ernst miteinander reden müssen.“

Zwei Matches später herrscht für Stickler schon wieder eitel Sonnenschein. Das Unentschieden gegen die mit Stars wie David Beckham antretenden Engländer und der Pflichtsieg gegen Aserbaidschan (Nummer 116 der Weltrangliste) haben Druck vom ÖFB genommen. Sowohl im Hinblick auf die leidgeprüften österreichischen Fans als auch in puncto Finanzen. Der England-Erfolg brachte dem ÖFB, das Spiel gegen Aserbaidschan und die Prognose für das nächste Match gegen Polen zusammengerechnet, einen intern geschätzten Mehrverkauf von 20.000 bis 30.000 Karten.

Geld, das der ÖFB dringend braucht. Neben den Mitteln aus der Sportförderung und Einnahmen durch Sponsoren wie Telekom Austria oder Puma ist der Umsatz mit den Tickets die dritte wesentliche Säule seines insgesamt zehn Millionen Euro schweren Jahresbudgets. Auch die Signale an die Privatwirtschaft stimmen wieder.
Stickler, der im Brotberuf mächtiger Chef der Österreichischen Lotterien ist: „Unser England-Spiel war sogar dem arabischen Sender Al Jazeera eine Meldung wert. Wir waren international die Top-News im Fußball. In Richtung der Sponsoren war es eine Bekräftigung gemeinsam gefasster Beschlüsse. Unser Hauptziel, bis zu der in Österreich stattfindenden EM 2008 eine international konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen, verlieren wir trotz der aktuellen Tiefs und Hochs nicht aus den Augen.“

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