Gesicherte Kaufkraft tut der Wirtschaft gut

Seniorenvertreter fordern eine kräftigere Erhöhung der Pensionen, ist dieser Wunsch berechtigt?

Die Wirtschaft wächst. Allein im 2. Quartal um 3,8 Prozent. Die Unternehmensgewinne steigen. Die Steuereinnahmen sprudeln. Allein im 1. Halbjahr 2007 um 2 Milliarden mehr. Nur der private Konsum stagniert. Die Lohnquote sinkt. Löhne und Gehälter sind in den letzten Jahren real gleich geblieben. Pensionen haben real 11 Prozent an Wert verloren. Angestellte, Arbeiter, Beamte reden vom „Zulangen“ bei Lohn- und Gehaltsverhandlungen, vom gerechten Anteil an den Produktivitätsgewinnen.

Und was geschieht mit zwei Millionen Pensionisten, deren Einkommen jahrelang gekürzt wurden? Sie sollen mit 1,7 Prozent für 2008 abgespeist werden. Und das, obwohl der Staatszuschuss für die Pensionen, gemessen am BIP, gesunken ist! Und das bei einer Teuerungslawine bei Nahrungsmitteln, Energie- und Wohnungskosten sowie Gesundheitsausgaben, die besonders die Pensionisten trifft. Ein Großteil der Pensionen liegt unter 1.000 Euro, also bitte kein Neid! Da fallen Preissteigerungen bei der Milch von 13 Prozent, bei Kartoffeln von 10 Prozent, bei Fleisch von 8 Prozent, bei Brot von 6 Prozent, bei Strom von 9 Prozent schon ordentlich ins Gewicht! Pensionisten verlangen heuer keinen angemessenen Anteil am Produktivitätsgewinn, sie wollen nur die Wertsicherung ihrer Pension. Und diese verlangt als Untergrenze eine Aufwertung nach dem eigens berechneten Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH). Dieser beträgt in dem für die Pensionsanpassung 2008 relevanten Zeitraum (von August 2006 bis Juli 2007) 2,1 Prozent, 0,4 Prozent mehr als der Verbraucherpreisindex (VPI). Derzeit pendelt der PIPH zwischen 2,4 und 2,5 Prozent. Die Parteien haben vor der Wahl die Wertsicherung der Pensionen nach dem Pensionistenpreisindex versprochen.

Die Einhaltung des Versprechens ist auch wirtschaftlich vernünftig. Pensionisteneinkommen fließen großteils direkt in den Konsum. In Verhandlungen mit der Regierung werden wir unsere Argumente vorbringen. Pensionisten können zwar nicht streiken, aber sie entscheiden Wahlen!

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