Geordnete Strukturplanungen sind erforderlich

Franz Bittner, Obmann Wiener Gebietskrankenkasse

In Zeiten, da Gesundheit mehr Geld verschlingt als im Topf ist, werden gebetsmühlenartig Effizienzsteigerungspotenziale im Gesundheitswesen beschworen. Zu Recht rattern die Rechenmaschinen der Controller, ticken die Stoppuhren, kullern die gezählten Erbsen aufs Rentabilitätskonto. Und doch wird jeder Leistungserbringer, egal ob Krankenkasse, Land oder ein einzelnes Spital, am Ende an die Grenzen seines Schrebergartens stoßen – nämlich dort, wo die eigene Kompetenz aufhört und die eines anderen Finanziers anfängt. Dort, wo es erst richtig interessant wird, über Effizienzsteigerung einerseits und bessere Versorgungsqualität der Patienten andererseits zu diskutieren. Stichwort Doppelgleisigkeiten: Müssen teure und gesundheitsbelastende Röntgenaufnahmen nach der Spitalsentlassung vom niedergelassenen Arzt wiederholt werden, nur weil intra- und extramuraler Bereich zu wenig bis gar nicht vernetzt sind – und aus zwei unterschiedlichen Töpfen gespeist werden? Stichwort österreichischer Großgeräteplan: Müssen in jedem Standardspital Großgeräte stehen, die wenige Stunden am Tag benützt werden? Stichwort Überversorgung: Lässt sich für Spitalspatienten mit Nachversorgungs- und Pflegebedarf keine kostengünstigere ambulante Alternative organisieren als ein Akutbett? Diese Fragen sind nicht neu. Sie stehen weiter im Raum und leisten Misswirtschaft und Qualitätsverlust Vorschub, wenn es keine geordnete, integrierte Strukturplanung des Gesundheitswesens gibt.

Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert und zielführend, alle wichtigen Player im Gesundheitsbereich an einen Tisch zu holen, um den tatsächlichen Versorgungsbedarf zu ermitteln und entsprechende Konsequenzen bei der Infrastruktur zu ziehen. Systematische Strukturplanung für eine integrierte Krankenversorgung bedeutet zugleich Abschied von verkrustetem Denken, festzementierten Machtpositionen und Bereitschaft zu einer neuen Gesprächskultur. Die Sozialversicherung wäre wie der Bund bereit gewesen, den Schrebergarten zu verlassen, die Ärztekammern und die Länder nicht, das haben sie uns wiederum bei den „15a-Verhandlungen“ bewiesen.

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