Generation mit alles

Generation mit alles

Es muss auch anders gehen. Die Generation Y bringt die Arbeitswelt durcheinander. Sie will Sinn und Sicherheit, Freizeit und Verantwortung. Zuversichtlich glaubt sie, dass sich das für alle auszahlen wird. Der Jugendforscher Philipp Ikrath im Gespräch über die Generation Y, ihre Macht und wie ihre Ideale die Arbeitswelt verändern könnten.

Format: Herr Ikrath, wie sehen Sie als Jugendkulturforscher die Generation Y?

Ikrath: Die Frage ist, ob so etwas wie die Generation Y als Überbegriff für eine ganze Generation überhaupt zulässig ist? Man muss davon ausgehen, dass junge Menschen keine homogene Altersgruppe sind. Die Gruppe, die medial in den letzten Jahren als Generation Y beschrieben wurde, ist tatsächlich aber nur ein bestimmtes Milieu innerhalb der jungen Generation.

Welches Milieu wäre das?

Zur Generation Y würde ich gut qualifizierte und urban orientierte Menschen aus der Mittelschicht zählen. Im Grunde das Milieu der Leute, die über die Generation Y berichten.

Es gibt eine jüngere Generation, die für sich neue Bedingungen einfordert und nicht um jeden Preis Karriere machen will, wie es scheint.

Ja, jüngere Arbeitnehmer definieren Erfolg und Karriere anders als die Eltern- und Großelterngeneration. Der materialistische Karrierebegriff hat dort ausgedient. Im Grunde geht man dann idealistisch und pragmatisch an die Karriereplanung heran. Ein erfolgreiches Berufsleben ist für diese Menschen vor allem dann erfolgreich, wenn man immer Dinge tut, die man gerne macht, und sich dabei auch noch selbst verwirklicht.

Ein Idealfall, der nicht immer eintritt …

Als Geschichte-Absolvent etwa, der in einem Job arbeitet, bei dem sich die Leute die Klinke in die Hand geben, hat man sich dann eher an die "flexiblen Arbeitszeiten“ zu halten, die der Arbeitgeber vorgibt. Ein hochqualifizierter Techniker hat heute durchaus die Möglichkeit, beim Arbeitgeber Wünsche zu deklarieren und Freiheiten einzufordern. Da hat sich in den letzten Jahren tatsächlich viel verändert. Firmen nehmen Rücksicht auf diese Wünsche, um Talente zu binden. Qualifizierte Arbeitskräfte in den Schlüsselbranchen haben mehr Macht.

Lesen Sie den ganzen Artikel in FORMAT Nr. 17/2015
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