Geldanlage: Die besten Investments 2003

Anlageprognosen: 2003 soll es mit Wirtschaft und Aktienkursen wieder bergaufgehen. Auch Firmenanleihen dürften profitieren. In FORMAT nennen zehn Investmentprofis ihre Lieblingsaktie für nächstes Jahr.

Die Naturgesetze der Börse scheinen außer Kraft gesetzt. Die eherne Regel der Kapitalmärkte, wonach geringes Risiko auch geringeren Ertrag bedeutet, wird seit drei Jahren auf den Kopf gestellt. Seit März 2000 waren Anleihen und Sparbücher und Immobilien nicht nur die sichersten, sondern auch die rentabelsten Investments.

Doch diese – für Aktionäre deprimierende – Phase der Gesetzlosigkeit dürfte demnächst zu Ende gehen. Glaubt man der Statistik, so wird 2003 ein gutes Aktienjahr. Das lehrt zumindest die Geschichte. Erst ein einziges Mal seit 1900 – von 1942 bis 1945 – sind Dividendentitel, gemessen am Dow-Jones-Index, in vier aufeinanderfolgenden Jahren gefallen.

Jahr der Aktie
Nicht nur die Statistik spricht für steigende Aktienkurse. So machen die extrem niedrigen Zinsen Veranlagungen in Anleihen oder am Geldmarkt unattraktiv. Eine ganze Reihe solider Papiere bietet allein über ihre Dividenden höhere Renditen als Staatsanleihen. Gleichzeitig haben Pensionsfonds und Fondsgesellschaften hohe Cashreserven, die durch die monatlichen Sparpläne der Anleger permanent wachsen. Ein Großteil dieser Mittel wird mangels besserer Alternativen in Aktien fließen. Diese Entscheidung fällt den Investmentmanagern umso leichter, als Dividendentitel durch den massiven Absturz der vergangenen drei Jahre auf historisch günstigem Niveau notieren. So liegt das KGV des Dax auf einem 14-Jahres-Tief.

Wichtigster Faktor für eine nachhaltige Börsenerholung ist die Entwicklung der Konjunktur. Die Devise der Wirtschaftsforscher lautet „Erholung in der zweiten Jahreshälfte“. Zumindest in den USA dürfte das Wachstum 2003 tatsächlich wieder drei Prozent erreichen. Deutlich geringer sind die Erwartungen für Europa. Die EU-15 können von Glück reden, wenn vor dem BIP-Wachstum 2003 ein Zweier steht. Zwar hat EZB-Chef Wim Duisenberg noch Spielraum für Zinssenkungen, doch gehen die meisten Analysten davon aus, daß die Leitsätze im ersten Halbjahr stabil gehalten werden und der Nachfolger von Duisenberg – der Holländer tritt vermutlich Ende Juni ab – kaum rasche Zinsschritte vollziehen wird.

Favorit Europa
Obwohl die USA konjunkturell besser dastehen, werden europäische Aktien gegenüber amerikanischen Titeln favorisiert. Grund dafür ist die günstigere Bewertung, die sich durch alle Branchen zieht. Für Euro-Stocks spricht auch die Währung: Der Dollar wird allgemein schwächer erwartet, was Käufern von US-Papieren Währungsverluste bringt.

Nicht in allen Regionen der Welt ist der konjunkturelle Ausblick trübe. Vor allem der Boomregion Asien werden von Investmentprofis die besten Chancen eingeräumt. Bis zu 40 Prozent, meinen die Experten, könnten die Fernost-Stocks zulegen. Das hohe Wachstum in China beschert der Region positive Impulse. Davon profitieren vor allem Unternehmen in Malaysia, Korea und Thailand, die nach massiven Umstrukturierungen in Folge des Asien-Crashs 1998 mit gesunden Bilanzen, exzellenter Kostenstruktur und niedrigen Bewertungen aufwarten. „Steigende Umsatzmargen bei gleichzeitigem Schuldenabbau führen zu einer deutlich verbesserten Ertragslage“, rät eine interne Studie der Fondsgruppe Schroders zum Einstieg.

S. Klasmann, A. Proissl

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