Geheime Autofriedhöfe: Wo tausende Neuwagen einfach nur rumstehen

Ein paar farbige Tupfer finden sich inmitten dem Meer aus schwarzen, roten und grauen Neuwagen am Hafen von Valencia. Zu Tausenden warten die Autos dort, verschifft zu werden.

Schön aufgereiht sind auch auch diese Ford-Trucks in Detroit, die auf einen Fahrer warten.

Auf einem Autofriedhof stellt man sich alte, verrostete Karren vor, auf diesen Ruhestätten sieht man jedoch Neuwagen bekannter Hersteller wie Ford, Nissan oder Peugeot. Auf zahlreichen Internetseiten wird über die Monster-Parkplätze berichtet, sogar auf Google Maps entdeckt man die Areale. Doch was steckt eigentlich hinter den geparkten Wagen und den mysteriösen Fotos?

"Wo die nicht verkauften Autos der Welt zum Sterben hinkommen", lautet die Überschrift auf Zerohedge, einem Blog für Wirtschafts- und Finanznachrichten. Darunter sieht man Aufnahmen aus der Luft von tausenden Wagen, die auf riesigen Parkplätzen anscheinend ihre letzte Ruhe finden. Die Website berichtet über gigantische Areale, auf denen Neuwagen herumstehen.

Doch die Fotos stammen zum Teil aus dem Jahr 2009, viele Websites übernahmen diese veralteten Fotos und deklarierten sie als neu. Sie bezogen sich dabei auf den Autoblogger Jalopnik . Er berief sich wiederum auf eine Fotogalerie des Guardian aus dem Jänner 2009.


Die Fotos lassen sich mit einfachen Zahlen widerlegen. Im Jahr 2009 wurden in den USA rund 10,4 Millionen Autos verkauft, laut Reuters das schwächste Verkaufsjahr seit 27 Jahren. Das war mitten in der Finanzkrise, als Autohersteller auf der ganzen Welt ihre Produktion zurückfuhren. Die Neuwagen stauten sich auf überdimensionalen Parkplätzen, weil sie niemand kaufte. Im Gegensatz zu 2013, als in den USA 15,6 Millionen Neuwagen verkauft wurden, allein zum Vorjahr 2012 ein Anstieg um 7,6 Prozent.


Bild: GoogleMaps

Das obige Foto zeigt zum Beispiel eine Aufnahme mit tausenden Neuwagen in der englischen Ortschaft Sheerness. Diese Autos wurden jedoch bestellt und sind verkauft. Sie warten auf ihre Verschiffung. Das Beispiel mit den Autofriedhöfen zeigt, wie vertrauenswürdig manche Internetquellen sind, wie Barry Ritholtz auf Bloomberg View schreibt.

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