Gefährliche Liebe im Büro

Boeing-Chef Harry Stonecipher wurde wegen einer Affäre mit einer Mitarbeiterin gefeuert. Warum US-Companys immer prüder werden und welche Folgen Sex im Job in Österreich hat.

Aufgeflogen ist Harry Stonecipher, 68-jähriger Boss des weltgrößten Flugzeugherstellers Boeing, wegen einer anzüglichen E-Mail. Er hat es an seine 48-jährige Geliebte Debra Peabody geschickt, die in Washington als Boeing-Lobbyistin werkt. Für den ertappten Liebhaber mit den Flugzeugen im Bauch bedeutete das nicht nur eine dramatische Krise in seiner fünfzigjährigen Ehe: Obwohl „Dirty Harry“ Stonecipher zuvor dem einst maroden Milliardenkonzern mit einem erfolgreichen Sanierungskonzept wieder zum Höhenflug verholfen hat, ist er jetzt seinen Job los. Boeing-Verwaltungsratsvorsitzender Lew Platt, dem Stoneciphers Sex-E-Mail zugespielt worden war: „Er hat dem Image des Unternehmens schwer geschadet.“

Der Eklat ist selbst in der Wirtschaftsgeschichte des biederen Amerika bisher einmalig. Doch Stoneciphers Fall verdeutlicht die neue Sauberkeitswelle, die durch Amerikas Großkonzerne schwappt. In den vergangenen Jahren hatten Korruptionsskandale, gefälschte Bücher und gierige Firmenbosse den Ruf nach Moralstandards lauter werden lassen. Jetzt mischen sich unter die neuen Vorschriften auch immer mehr Richtlinien für den Umgang der Geschlechter miteinander.

Das geht so weit, dass in einzelnen US-Firmen Managern das Benützen eines Aufzugs verboten ist, wenn sich außer ihm nur noch eine Mitarbeiterin im Lift befindet. Bei Boeing war es Stonecipher selbst gewesen, der die moralische Latte so hoch legte, dass sie ihm schließlich selbst zum Verhängnis wurde.

In Österreichs Büros dagegen regiert im Vergleich dazu die freie Liebe. Doch auch hierzulande nehmen Vorschriften in Liebesdingen zu. So sind beim Österreich-Ableger von Microsoft Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie zwischen Kollegen der gleichen Abteilung definitiv verboten und führen zur Versetzung. Dem Wiener Arbeitsrechtler Georg Grießer ist nur ein österreichischer Fall von Entlassung wegen Liebelei im Job bekannt. Der war freilich besonders krass: Das Paar wurde mehrmals und in verschiedenen Räumen beim Sex ertappt. Grießer: „Das hat die Kollegen verstört. Die beiden wurden gefeuert.“

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