Frontal gegen das Kapital

Nach Ausländern und EU hat Jörg Haider ein neues Feindbild entdeckt: „die Globalisierung“. Während sein BZÖ neoliberale Regierungspolitik macht, wettert Haider dagegen.

E r hat kein Gesicht, ist schwer zu greifen, er wird ihm nie in einer Talkshow gegenübersitzen und sich dort zum fernsehtauglichen Showdown zur Verfügung stellen, und auch, ob er sich im Wahlkampf als Schreckgespenst auf eine Plakatwand montieren lässt, ist fraglich. Dennoch dauerte es beim BZÖ-Gründungskonvent vor zehn Tagen gerade einmal 20 Minuten, bis Jörg Haider den neuen Gegner gestellt hatte: „Die Globalisierung ist der westliche Fundamentalismus. Sie führt zu einem Verlust von Arbeitsplätzen, doch man kann nicht eine Kaufkraft wie in Wien verlangen und Löhne wie in Moldawien zahlen. Die Politik hängt nur noch im Schlepptau der internationalen Großkonzerne. Doch man darf nicht alles der Tugendpeitsche Geld unterordnen.“

Das ist er also, der neue, erste Feind von Jörg Haider und seinem BZÖ: der Turbokapitalismus im Allgemeinen, Globalisierung und multinationale Konzerne im Speziellen. Ganz im Stile eines linken Globalisierungsgegners aus der Attac-Szene wettert der 55-Jährige in diesen Tagen über verantwortungslose Spitzenmanager, die heute hier und morgen da Massenentlassungen vornehmen, um die Profite zu steigern. Er geißelt die „geistige Verwahrlosung“ in diesem Bereich, Fondsmanager und Spekulanten, die sich nicht um ihre gesellschaftliche Verantwortung kümmern.

Und es scheint, als hätte Haider mit dieser neuen Linie tatsächlich einen Nerv getroffen. Politologen und Meinungsforscher billigen ihm zu, dass man heute mit Globalisierungskritik durchaus Wählerstimmen erreichen kann – nicht nur in Österreich, sondern überall in der entwickelten Welt. So hat in Deutschland SPD-Chef Franz Müntefering wohl nicht von ungefähr in der vergangenen Woche Unternehmer und Investoren als „vaterlandslose Gesellen“ bezeichnet, die „wie ein Heuschreckenschwarm“ über ein Land herfallen. Sogar Kanzler Gerhard Schröder gab Müntefering kürzlich Rückendeckung für seine Attac-artigen Attacken.

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