Friedman löste Keynes als Mainstream ab

Der neoliberale Wirtschaftsberater von Reagan und Thatcher starb in der vergangenen Woche. Drei Experten diskutieren seine Theorien.

Ausgangspunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war von Anfang an die Ablehnung der keynesianischen Theorie, die dem Staat eine wichtige Rolle zuschrieb, vor allem bei der Stabilisierung von Konjunkturzyklen. Er legte damit den Grundstein für eine Wiederbelebung und Neuformulierung der klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Positionen, die die keynesianische Theorie in den 80er und 90er Jahren als Mainstream abgelöst haben.

Ein erster erfolgreicher Schritt in diese Richtung war die Publikation „A Quantity Theory of Money – A Restatement“ von 1956, in der er im Wesentlichen die Geltung der klassischen Quantitätstheorie argumentierte, nach der das Preisniveau immer proportional zur Geldmenge steigt/fällt. Mit seiner Koautorin Anna Schwartz zeigte er in „Monetary History of the United States 1867–1960“, dass die große Depression der 30er Jahre nicht durch einen keynesianischen Nachfragemangel, sondern durch rasche Verringerung der Geldmenge erklärt werden sollte. Mit diesen Arbeiten steht er mit anderen für die so genannte „monetaristische Schule“, in der Geldtheorie/-politik und Ablehnung der keynesianischen Position eng verbunden waren. Die klassisch-monetaristische Position spielt durch die Berücksichtigung der Geldmenge bei der Entscheidung über Zinssatzänderungen durch Zentralbanken bis heute eine wichtige Rolle.

Parallel mit der Zunahme des Einflusses des Keynesianismus ab den 50er Jahren stieg auch die Regelungsdichte in westlichen Marktwirtschaften. Auch dazu schrieb Friedman ein einflussreiches Buch gegen den Zeittrend: „Capitalism and Freedom“, 1962.

Darin vertritt er als zentrale Position, dass übermäßige staatliche Regulierung nicht mit politischer Freiheit vereinbar ist bzw. dass Kapitalismus (Eigentum an Produktionsmitteln in Verbindung mit Wettbewerb) eine notwendige Voraussetzung politischer Freiheit ist. Er argumentiert diesbezüglich ähnlich wie von Hayek, der aber eher als sozialer Philosoph galt, während Friedman aus dem Zentrum der ökonomischen Wissenschaft heraus Einfluss auf alle Ökonomen seiner Zeit ausüben und daher eine stärkere Wirkung entfalten konnte.

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Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten in Wien

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