Franz Fischler: "Misstrauen auf allen Seiten“

Franz Fischler: "Misstrauen auf allen Seiten“

Ex-EU-Kommissar Franz Fischler: Fünf bis zehn Jahre wird es dauern bis die giriechische Wirtschaft wieder auf die Beine kommt.

Der frühere EU-Kommissar Franz Fischler ist der Ansicht, dass es viel Hilfe von außen braucht, um der griechischen Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen.

FORMAT: Es gab bereits 2012 viele Pläne der EU, um die griechische Wirtschaft zu beleben. Warum haben die nichts genützt?

Franz Fischler : Die strukturellen Defizite der griechischen Wirtschaft sind mindestens 30 Jahre alt. Die einzige Industrie, die halbwegs in Griechenland funktioniert, ist die Lebensmittelindustrie. Ansonsten funktioniert kaum etwas. Ich glaube auch nicht, dass sich jetzt von innen heraus das ändern kann und wird.

Wie gibt man dann Anstöße?
Fischler : Wenn Bedingungen geschaffen werden, die es für ausländische Investoren attraktiv machen, hier zu produzieren. Ohne die wird die Wirtschaft in Griechenland nicht auf die Beine kommen.


Zu glauben, dass es da jetzt ein Wundermittel gibt, das binnen drei Monaten wirkt, ist eine Illusion.

Würde ein Grexit der Wirtschaft helfen?
Fischler : Nein, dieses strukturelle Defizit wird dadurch nicht anders. Über einen Grexit kann ich den Inlandskonsum und die Binnenwirtschaft ankurbeln, ich kann leichter exportieren, aber Investitionsgüter und Importe sind nicht mehr leistbar. Ganz abgesehen von den ganzen sozialen Problemen, die dadurch entstehen.

Woran liegt es, dass Griechenland Gelder aus dem Strukturfonds nicht abrief?
Fischler : Es ist kein Vertrauen in die griechischen politischen Strukturen vorhanden. Man kann sich auf nichts verlassen: dass die versprochene Infrastruktur tatsächlich kommt, dass das erworbene Grundstück im Grundbuch aufscheint, dass es keine Korruption gibt.

=> Lesen Sie das ganze Interview im FORMAT Nr. 29/30 2015
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