FPÖ-Psychoduell: Haider gegen Riess-Passser

FPÖ. Die Krise ist zwar abgesagt, hinter den Kulissen brodelt es dennoch weiter. Im Mittelpunkt der Szene: das Psychoduell zwischen Jörg Haider und Susanne Riess-Passer. Aus vormals engen Vertrauten sind beinharte Konkurrenten geworden.

Das burgenländische Dörfchen Kitzladen war einen Tag lang Zentrum hochpolitischer Aktivitäten. Im einzigen Gasthof der kleinen Gemeinde versammelten sich die Größen der freiheitlichen Bundespolitik. Vollzählig. Sämtliche blauen Minister und Staatssekretäre hatten im Restaurant Zankl Platz genommen, um sich mit ihrem Gegenüber ausführlich auszusprechen. Der Gesprächspartner war Jörg Haider, seines Zeichens Landeshauptmann von Kärnten. Eingeladen hatte Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer.
Der ehemalige FPÖ-Obmann mußte einiges klarstellen. Wenige Tage vor dem blauen Krisengipfel hatte Haider in aller Öffentlichkeit heftige Kritik an Grasser, Reichhold und Co geübt. Diese würden freiheitliche Ideale verraten, nichts gegen wuchernde Privilegien unternehmen und auch sonst allzusehr den Annehmlichkeiten eines Ministeramts verfallen sein. Haider in „News“: „Da muß ein Finanzminister handeln und ein Infrastrukturminister. Das, was die Leute oft vermissen, ist die Entschlossenheit, mit der etwas angegangen wird.“
Die Angesprochenen reagierten empört. Im kleinen Gastzimmer von Kitzladen ging es dann auch recht emotional zur Sache. „Es war“, erzählt ein Teilnehmer gegenüber FORMAT euphemistisch, „eine recht angeregte Diskussion.“ Vor allem Haider und Grasser gerieten heftig aneinander.
Szenen aus dem Leben einer angeschlagenen Partei.

Krisensommer
Seit der freiheitliche Politfunktionär Reinhart Gaugg (siehe Geschichte auf Seite 20) den glücklosen Versuch startete, in der Pensionsversicherungsanstalt als Manager Fuß zu fassen, geht es in der Regierungspartei drunter und drüber. Zuerst der Fall Gaugg, danach die historischen Erörterungen des blauen Rechtsauslegers Ewald Stadler und zuletzt die Debatte um Jörg Haiders Treffen mit Europas geächteten Rechtsparteien.
Das mediale Sommerloch des Jahres 2002 ist gefüllt mit freiheitlichen Erregungen aller Art. Was jedoch besonders auffällt, ist der mehr oder weniger offizielle Bruch einer außergewöhnlichen Achse. Susanne Riess-Passer und Jörg Haider sind nur noch unter Aufbietung aller Kräfte in der Lage, vor der breiten Öffentlichkeit das lange Jahre gepflegte Bild ewiger Harmonie zu präsentieren. „Haider“, sagt ein hoher Parteifunktionär zu FORMAT, „hatte einen unendlichen Vertrauensbonus bei Riess-Passer. Der ist jetzt nahezu aufgebraucht.“

Die ganze Story finden Sie im FORMAT Nr. 33

Außerdem:

  • Das Imageduell: Klarer Sieg für Susanne Riess-Passer
  • Geheimtreffen: Krisengipfel beim Generalgeburtstag
  • Haider und Riess-Passer im Zitat
  • Psychoanalyse: Professor August Ruhs über die FPÖ-Spitze

Digital

Optimale Ressourcenplanung mittels intelligenter Projektmanagement-Tools

Digital

Wie die Automatisierung Teams smarter macht

Digital

Wie Business Process Management Compliance-Richtlinien und Teamwork transparenter macht