FORMAT: Teile der Swarovski-Familie prüfen Börsegang - Projekt in frühem Stadium

Teile des Swarovski-Clans prüfen einen Börsegang des Unternehmens. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe. Führende Gesellschafter mit gemeinsam rund zwanzig Prozent Firmenanteil haben sich in einem Verband mit dem Namen "Pro AG " zusammengetan und bereits ein Auswahlverfahren für eine beratende Investmentbank gestartet, so das Magazin. "Das Projekt ist noch in einem sehr frühen Stadium", bestätigte ein Sprecher einer von drei infrage kommenden Investmentbanken, von FORMAT mit den Plänen konfrontiert. Als Favorit für den Auftrag gilt innerhalb der Reformgruppe derzeit die Investmentbank JP Morgan mit Sitz in London.

Gernot Langes-Swarovski, Sprecher des "Executive Board" von Swarovski, schloss einen Börsegang gegenüber FORMAT trotzdem in aller Klarheit aus:

"Das Prinzip der finanziellen Autonomie ist in unserem Unternehmensverständnis seit 112 Jahren unumstritten und in unseren Unternehmensleitsätzen schriftlich verankert. Wir sind überzeugt, dass wir davon profitieren. Mit dieser Strategie waren wir in der Vergangenheit erfolgreich und werden es auch in Zukunft sein."

Hintergrund der Formierung des Verbandes "Pro AG" sind laut FORMAT die mageren vorläufigen Endergebnisse einer Expertengruppe mit der internen Bezeichnung "Ovid", die in Abstimmung mit den rund sechzig Familiengesellschaftern eine modernere Firmenstruktur entwickeln sollte.

Martin Reitz von der Investmentbank UBS, der Wirtschaftsprofessor Joachim Schwass und etwa Heinz Molan, Geschäftsführer der Swarovski Finanzgesellschaft, hatten zwei Jahre lang an dem Vorhaben gearbeitet.

Mit Verweis auf ein nun zur letzten Begutachtung in den Rundlauf geschickten vorläufigen Abschlussbericht schreibt FORMAT, dass sich lediglich die Bedingungen ändern sollen, zu denen Familienmitglieder ihre Anteile verkaufen konnten. Der Erlös, den sie bei Abschichtungen erzielen konnten, war bisher durch eine veraltete Formel im Gesellschaftervertrag geregelt, die zu keinem, dem tatsächlichen Unternehmenswert entsprechenden, Ergebnis führte. Diese Formel soll nun zeitgemäßen Methoden der Unternehmensbewertung angepasst werden.

Dass ist den Repräsentanten des Verbandes "Pro AG" zu wenig an reformen, berichtet FORMAT weiter. Sie wollen mit der Umgründung in eine Aktiengesellschaft vor allem auch eine transparente Firmenstruktur mit Aufsichtsrat und einem familienfremden Vorstand erreichen. Die führenden Vertreter des Verbandes sind laut FORMAT Fiona Swarovskis Mutter Marina Giori, 62, Manfred Swarovski, 67, der unter anderem als Vorstand der Swarco-Holding fungiert, sowie Gerhard Swarovski, 63, der mehrere Funktionen im Unternehmen innehat.

Auf FORMAT-Anfrage wollten die drei ihre Pläne nicht kommentieren. "Es liegt ein Gesellschafterbeschluss vor, der es allen Gesellschaftern verbietet, sich offiziell über das Unternehmen zu äußern. Daran halten wir uns", begründete Gerhard Swarovski.

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