FORMAT deckt auf: Strafanzeige gegen ARA-Chef Christian Stiglitz liegt bei Staatsanwalt

Gegen den Chef des Wiener Abfallsammlers ARA (Altstoff Recycling Austria) ist am 6. Februar eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht worden. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe. Gegen Stiglitz bestehe "dringender Verdacht des Betruges und der Veruntreuung von Lizenzentgelten", heißt es in der FORMAT vorliegenden Anonymanzeige eines angeblichen Mitarbeiters des ARA-Systems.

Laut Anzeige soll der ARA-Chef die Lizenzentgelte bewusst "mittels eines zweiten unrichtigen zweiten Planungsbriefes" zu hoch angesetzt haben - nämlich höher, als zur Kostendeckung notwendig, und damit höher, als in den Genehmigungsbescheiden für die jeweiligen Branchenrecyclinggesellschaften (BRG) des ARA-Systems vorgesehen. Dadurch seien Überschüsse erzielt worden. Außerdem ist in der Anzeige von unzulässiger Quersubventionierung und bewusster Schädigung des Wettbewerbs die Rede.

Stiglitz weist diese Vorwürfe gegenüber FORMAT als "völlig absurd" zurück. "Die Behauptung, ich hätte auch nur in irgendeiner Form Nutzen aus unseren Geschäften geschlagen, ist erlogen." Hinter der Anonymanzeige stünden die wirtschaftlichen Interessen anderer, ist Stiglitz überzeugt. "Anonyme Anzeigen sprechen für sich. Wir zählen als gemeinschaftliches und nicht gewinnorientiertes System zu den meist kontrollierten Firmen Österreichs."

Erst im Jänner hatte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) der ARA vorgeworfen, Tarife zu manipulieren. Die Non-Profit-Organisation, die im Auftrag der Wirtschaft die Sammlung und Verwertung von Altstoffen managt, habe Schätzungen über anfallende Verpackungsmengen bewusst zu tief angesetzt und dadurch höhere Tarife verlangt, so die BWB. Bis zum 22. Februar soll die ARA zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

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