FORMAT : Steuerfahndung bei den Wiener Philharmonikern: Schwarzgeschäfte in Japan

Die Wiener Finanzbehörden haben eine Schwerpunktaktion bei Musikern der Wiener Philharmoniker wegen Verdachts auf unversteuerte Gastauftritte in Japan eingeleitet. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.

Wie FORMAT berichtet, sind die Behörden auf Grund eines Einzelfalles tätig geworden. Bei ihnen ist eine Anzeige mit detaillierten Hinweisen auf unversteuerte Gastauftritte in Japan gegen ein Orchestermitglied eingegangen. Dabei habe es sich ursprünglich um einen Einzelfall gehandelt, schreibt FORMAT.

Nachdem die Steuerfahnder fündig geworden seien, hätten sie auch andere Künstler des Ensembles überprüft. Mehrere Selbstanzeigen seien bereits die Folge gewesen. Wie FORMAT berichtet, reisen die Musiker sowohl für wohl dotierte Auftritte, als auch für Lehrtätigkeiten nach Japan. Sie würden dort Kurse leiten und Meisterklassen unterrichten.

Orchester-Chef Clemens Hellsberg sagte gegenüber FORMAT, dass er keinen Image-Schaden für die Philharmoniker befürchte. "Davon ist nicht der Verein Wiener Philharmoniker betroffen. Es handelt sich um eine Privatangelegenheit jener Musiker, deren Steuererklärungen nicht in Ordnung sind."

Derzeit würde bei den Philharmonikern überprüft, wer wann und wie oft nach Japan gereist sei, schreibt FORMAT weiter. Es gebe auch zahlreiche Musiker, die gar keine Japan-Geschäfte gemacht hätten.

FORMAT zitiert einen anonym bleiben wollenden Musiker, der auf die steuerlichen Besonderheiten solcher Aufträge hinwies. "In Japan müssen wir zwanzig Prozent eines Honorars als Steuer entrichten. Einige Kollegen könnten geglaubt haben, dass die Sache damit erledigt wäre."

Unter den Philharmonikern wird der Rosenkrieg eines Kollegen als Auslöser für die Ermittlungen der Finanz vermutet. Die ursprüngliche Anzeige richtete sich gegen ein Ensemble-Mitglied, das derzeit in Scheidung lebt.

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