FORMAT-Serie: Meine erste Million

Fleiß, Glück oder beides? Die Geschichten österreichischer Unternehmer über ihre erste Million klingen teils nach harter Arbeit, teils fast wie ein Wunder. Diese Woche: Wie es Wein-&-Co-Chef Heinz Kammerer, Werber Hans Schmid oder Berater Alois Czipin geschafft haben.

Ein guter Riecher gehört dazu: Der heutige Wein-&-Co-Chef Heinz Kammerer sollte einst in England österreichische Teppiche vertreiben, als er merkte, dass die Webware dort viel billiger war. Also importierte er selbst aus England nach Österreich. Dass Kammerers Küchen- und Vorzimmerteppiche mit Fliesendekor in den Siebzigern einen echten Hype erlebten, war dann doch wieder Glück.

Teil 2 der FORMAT-Serie über die Anfänge heute millionenschwerer Unternehmer verrät neben Kammerers Erfolgsstory auch, wie Berater Alois Czipin, Werbeikone Hans Schmid, Figurella-Chefin Rosa Cech, Fischhändlerin Sissi Babich und Anwalt Gerhard Eckert das erste große Geld verdient haben. Interessantes Phänomen: Der Reichtum war oft nur Nebenprodukt des unerschütterlichen Glaubens an eine Idee. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich je so viel Geld verdienen würde“, meint etwa Hans Schmid. Er habe immer nur ein guter Werber sein wollen.
Dass auf dem Weg in die Millionenliga vor allem die Fleißigen das Glück haben, beweist die Vorarlbergerin Sissi Babich. Die geschätzte vier Millionen Euro schwere Lachshändlerin fuhr zwanzig Jahre als Fischerin zur See, ehe sie die Marktlücke Lachsrogen entdeckte.
Die Karrieren jener, die es geschafft haben, zeigen auch einen vernünftigen Umgang mit Geld. „Ich habe mir um die erste Million kein tolles Auto, sondern ein Zinshaus gekauft“, meint etwa Anwalt Eckert. Andere haben gleich in neue Geschäftsideen investiert.

Heinz Kammerer, 57
1. Million im Alter von: 24
Branche: Teppichhandel
Vermögen (geschätzt): 20 Mio.

Als Angestellter der einstigen Teppichfabrik Eybl (heute Eybl International AG) wurde der damals gerade erst zwanzigjährige Heinz Kammerer nach England entsandt, um dort die Qualitätsbodenbeläge aus Österreich zu verkaufen. Er stellte fest, dass die Engländer selbst weit günstigere Teppiche fabrizierten. Weil auch das Pfund gerade günstig stand, machte er sich selbständig, importierte die Briten-Teppiche nach Österreich und gewann das Möbelhaus Leiner und den Innenausstatter Inku als Großkunden. Um seine mit Fliesenornamenten bedruckten und für Küche oder Vorzimmer gedachten Günstigteppiche brach ein regelrechter Boom aus. Kammerer: „Ich hatte da ein echtes Monopol.“ Im zarten Alter von 24 hatte er auch die erste Million am Konto. Als der Hype nachließ, gründete Kammerer mit dem verdienten Geld das Fliesen- und Sanitärhaus Ikera. Heute betreibt er die Weinhandelskette Wein & Co.

Alois Czipin, 49
1. Million im Alter von: 32
Branche: Consulting
Vermögen (geschätzt): 25 Mio.

Weil sich in dieser Branche gut verdienen lässt, heuerte Alois Czipin gleich nach dem WU-Studium beim US-Consulter Proudfoot an. Mit 29 Jahren hatte er genug gelernt und machte sich als Berater selbständig. „Die erste Million habe ich drei Jahre später mit der Schweizer Laufen AG verdient.“ Ein Beweis, dass Geld nicht stinkt: Czipin entwickelte für den Sanitärkonzern, der unter anderem Toiletten produziert, ein Kostensenkungsprogramm: „Unser System war nicht nur in den hiesigen Werken in Gmunden und Wilhelmsburg erfolgreich, sondern auch in der Schweiz.“ Der Kunde war voll zufrieden: 40 Millionen Schilling konnten gespart werden. 20 Prozent davon kassierte Czipin & Partner. 2001 verkaufte der Berater seine auf 110 Mitarbeiter und 220 Millionen Schilling Umsatz angewachsene Firma für knapp 20 Millionen Euro an seinen ersten Arbeitgeber Proudfoot – und startete mit „Czipin produktiv“ neu.

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