FORMAT: Riegerbank-Prüfer Walter Türke wirde in erster Instanz verurteilt

Knalleffekt in der Causa Riegerbank: Nach mehr als vier Prozessjahren hat die Wiener Handelsrichterin Maria-Charlotte Mautner-Markhof den Bankenprüfer der Rieger Bank AG, Walter Türke, für schuldig erkannt, bei der Testierung der Riegerbank-Bilanzen Fehler gemacht zu haben.

Auf die Republik kommen in Folge des noch nicht rechtskräftigen Urteils, gegen das Türke Berufung einlegen wird, Millionenforderungen von Masseverwalters Klemens Dallinger und von Harald Christandl, Vertreter geprellter Kleinanleger, zu. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.

"Die Buchhaltung ... beruhte ausschließlich auf einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, es gab keine doppelte Buchhaltung, keine Prüfungsplanung durch die Prüfkanzlei ... es war überhaupt keine zu testierende Bilanz vorhanden", heißt es in dem Urteil über die Geschäftsjahre 1991 bis 1997. Deshalb hätte es zu einer "Versagung des Bestätigungsvermerkes" kommen müssen, tatsächlich sein ein "uneingeschränkter Bestätigungsvermerk" erteilt worden, zitiert FORMAT aus dem Urteil.

Klage wird vorbereitet
Anlegervertreter Christandl sagte gegenüber FORMAT, dieses Urteil sei für ihn ein "aufgelegter Elfmeter". Wie im Fall der pleite gegangenen Grazer Bank BHI müsse die Republik, die bei der Bestellung des Bankenprüfers Mitspracherechte hatte, nun Schadenersatz zahlen. Er werde eine entsprechende Klage einbringen. Auf die Republik kommen Forderungen zu, die mehr als vierzig Millionen Euro ausmachen könnten, so FORMAT.

Türke, der zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von 1,1 Millionen Euro verurteilt wurde, sagte gegenüber FORMAT, dass er sich über diesen Betrag "mit dem Masseverwalter einigen oder in Konkurs gehen" müsse.

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