FORMAT: Rasingers Geschäfte mit der Post:
Rücktritt als Anlegerschützer steht offen

Wilhelm Rasinger, der sich zuletzt Kritik wegen Geldannahme von der Meinl Bank gefallen lassen musste, stand auch in Geschäftsbeziehungen mit der börsenotierten Post AG. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT.

Laut FORMAT-Recherchen hielt Rasinger für die Post im November 2006 ein zweitägiges Seminar zu Themen wie Bilanzanalyse ab. In diesem Fall flossen die Zahlungen nicht an seinen privaten Anlegerverein IVA, sondern an das Beratungsunternehmen Inter-Management, an dem Rasinger zu 24,5 Prozent beteiligt ist. Zuvor hatte Rasinger im Rahmen des Post-Börseganges Aktienzuteilungen angeprangert.

Rasinger erklärte gegenüber FORMAT, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun habe. Er habe auch schon im Jahr 2005 ein Seminar für die Post abgehalten. Seine Gesamteinnahmen aus der Geschäftsbeziehung würden laut ihm selbst und Post-Sprecher Michael Homola rund 5.000 Euro ausmachen.

FORMAT berichtet weiter, dass die OMV wie die Meinl Bank Zahlungen an den IVA geleistet habe, und zwar jährlich 5.000 Euro seit 2003. Rasinger erklärte dazu, dass es sich zum einen um ein Sponsoring der OMV für ein Corporate-Governance- und Anlegerschutz-Stipendium gehandelt habe. Dieses Stipendium sei mit 3.000 Euro dotiert und von weiteren Sponsoren getragen, schreibt FORMAT.

Zudem seien OMV-Zahlungen unter dem Titel "Stimmrechtsvertretungen" geflossen, begründete Rasinger weiter gegenüber FORMAT. Rasinger: "Die OMV ist bemüht, Aktivitäten zu setzen, um die Hauptversammlungspräsenz zu erhöhen. Daher wurde - wie in Deutschland für börsenotierte Gesellschaften verpflichtend vorgesehen - ein neutraler Stimmrechtsvertreter bestellt." OMV-Sprecher Thomas Huemer bestätigte die Gesamtsumme der Leistungen der Höhe nach. Es handelt sich um insgesamt 25.000 Euro in fünf Jahren.

Rasinger sagte gegenüber FORMAT, dass er einen Rücktritt von seiner Funktion als Anlegerschützer nicht ausschließe. Er wolle noch die Reaktionen der Öffentlichkeit abwarten, die bisher zu zwei Dritteln positiv sei. Seiner Tätigkeit als Anlegerschützer mangle es aber auch an ökonomischem Sinn, weil er sich zu wenig auf sein Kerngeschäft konzentrieren könne. Sein Beratungsunternehmen habe von 2005 auf 2006 Umsatzeinbußen zu verzeichnen gehabt.

FORMAT zitiert eine Darstellung der Inter-Management, laut der die Umsätze im genannten Zeitraum von 250.000 auf 200.000 Euro gesunken seien. Laut Bilanz habe das Unternehmen 2006 rund 3.000 Euro Verlust geschrieben.

Den kompletten Beitrag können Sie im aktuellen FORMAT (Nr. 36/07)nachlesen!

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