FORMAT: OeNB-Gouverneur Liebscher
nimmt erstmals zu Eigentümerfrage Stellung

Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Klaus Liebscher, nimmt in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins FORMAT erstmals zu den geänderten Eigentumsverhältnissen der Notenbank Stellung.

Gegenüber FORMAT erklärte Liebscher, der Generalrat hat bis zur Euro-Einführung wesentliche Entscheidungen wie Zinspolitik oder die Bindung des Schilling an die D-Mark entschieden. "Der breite gesellschaftliche Konsens war damals unendlich wertvoll", so der Banker.

Nun seinen diese Kompetenzen an die EZB abgegeben worden. Liebscher: "Ich habe nach wie vor große Hochachtung vor diesem Gremium, wo wir viele wirtschaftspolitische Diskussionen führen, etwa über Arbeitsmarkt oder Geldpolitik. Aber man muß auch sagen, - und damit sind wir bei der Frage der Eigentumsverhältnisse - daß das nicht unbedingt davon abhängt, woher die Mitglieder kommen, sondern davon, wer sie sind." Auch ein Alleineigentümer Bund ist für Liebscher kein Problem: "Es gibt in der Euro-Zone viele Notenbanken, die zur Gänze im Besitz des Staates stehen, etwa Deutschland, Frankreich oder Holland."

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