FORMAT: ÖIAG will Voest-Verkauf am 19.September abgeschlossen haben

Der Zeitplan für die Voest-Privatisierung, den der ÖIAG-Aufsichtsrat am 5. September absegnet, steht fest. Wie das Magazin FORMAT in seiner neuesten Ausgabe berichtet, wird der Börseprospekt am 11. September vorliegen. Von 12. bis 18. September läuft die Bookbuilding-Phase, in der nach den Angeboten der Investoren der exakte Verkaufspreis für die Voest-Aktien ermittelt wird. Am Abend des 18. September entscheidet eine außerordentliche ÖIAG-Aufsichtsratssitzung, ob der Preis akzeptiert wird. Am 19. September soll der Verkauf an der Börse über die Bühne gehen.

Laut FORMAT hat die ÖIAG, die 34,7 Prozent an der Voest hält, drei bis vier Prozent für das Retailpublikum, also die Kleinanleger reserviert. Der Voest-Mitarbeiterstiftung wurde eine Erhöhung ihrer Beteiligung von 6,6 auf zehn Prozent außerhalb des Bookbuildings angeboten. Der ÖIAG-Vorstand offeriert der Belegschaft fünf Prozent Diskont auf den Börseverkaufspreis, was der Betriebsrat in FORMAT aber als zuwenig bezeichnet. Es wird noch gefeilscht.

Die ÖIAG selbst wird noch 15 Prozent der Voest-Aktien auf drei Jahre behalten und darauf eine Wandelanleihe begeben. Somit bleiben rund 13 Prozent für institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland.

76 Prozent gegen Privatisierung
76 Prozent der Österreicher sind einer neuen Umfrage von FORMAT zufolge gegen eine Privatisierung der voestalpine über die Börse. Diese drei Viertel der Bevölkerung glauben, dass der Staat weiter Kernanteile am Vorzeigebetrieb halten soll. Nur verschwindend geringe 14 Prozent glauben, dass die Voest-Anteile über die Börse privatisiert werden sollten.

FORMAT: Wer die Voest wirklich kriegt!
Nach der Sondersitzung des Parlaments am Dienstag zum Thema Voest griff Wolfgang Schüssel gegen sieben Uhr Abend in seinem Büro zum Hörer. Der Kanzler rief, so erzählt man sich im bürgerlichen Lager, schwarze Banker mit der Bitte an, sie mögen beim bevorstehenden Börsengang der voestalpine kräftig zulangen. Zwar bestreiten Andreas Treichl, General der Erste Bank, Walter Rothensteiner, Chef der Raiffeisenzentralbank, und Bawag-Vorstand Stephan Koren die kühne Kanzler-Intervention. Aber natürlich versucht die ÖVP, möglichst viele Voest-Anteile in – mit Ausnahme der Bawag – schwarze Hände zu kriegen.

Sowieso zeichnet sich ab, dass die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) mit General Ludwig Scharinger nach der Privatisierung größter Aktionär des Stahlkonzerns sein wird. „Staatseigentum wird in ÖVP-Eigentum übergeführt“, empört sich SPÖ-Wirtschaftssprecher Hans Moser.

Grasser und Schüssel zeigen sich jedenfalls wild entschlossen, die Sache jetzt durchzuziehen, selbst um den Preis, dass die FPÖ tatsächlich die Regierung platzen lässt. Was ziemlich unwahrscheinlich ist. Der Voest-Karren steckt so tief im politischen Sumpf, dass dem höchst erfolgreichen Stahlunternehmen nur zu wünschen ist, möglichst schnell aus den Klauen der Regierung befreit zu werden, um nicht noch mehr Schaden zu nehmen.

Die ganze Story finden Sie im neuen FORMAT!

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