FORMAT-Exklusiv-Interview mit geflüchtetem Ex-Libro-Chef André Rettberg

Im Exklusiv-Interview für die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsmagazins FORMAT zeichnet der seit 5. Februar des Jahres per internationalem Haftbefehl gesuchte Ex-Libro-Chef André Rettberg ein düsteres Bild von seinen Fluchtbedingungen. "Ich lebe von Zuwendungen und habe nur wenige Euro pro Tag zur Verfügung", sagte Rettberg in dem telefonisch geführten ausführlichen Gespräch mit FORMAT.

"Ich kann mich kaum über aktuelle Ereignisse informieren, ich habe nur gelegentlich Zugang zum Internet", so Rettberg. Von Freunden und Verwandten sei er abgeschnitten, er sei "ferig" und einsam, wolle aber über seine Anwälte weiter für seine Rehabilitierung arbeiten, weil er "schon immer ein Kämpfer" gewesen sei. "Derzeit schreibe ich ein Buch", sagte Rettberg. Es behandle die Ereignisse rund um Libro, er habe schon 450 Seiten geschrieben.

Kritik an Gläubigerbanken
In der Sache attackierte Rettberg seine Gläubigerbanken BA-CA und die Oberbank. Rettberg, dem in einer Anzeige des Landesgendarmeriekommandos NÖ betrügerische Krida vorgeworfen wird, erklärte, er habe seine Vermögensverhältnisse nie verschleiert. "Meine Vermögensverhltnisse sind immer offen am Tisch gelegen, nur haben sich meine Gläubiger nicht dafür interessiert." Die Konstruktion über die Firma Esposa, in der Rettberg fünf Millionen Euro "versteckt" haben soll, sei von den Banken ausdrücklich gewünscht gewesen, weil seine Zahlungen so im Insolvenzfall anfechtungssicher gewesen seien.

Kritik übte Rettberg auch an der Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt gegen ihn. "Ich werde gehetzt wie ein Tier. Das ist menschenunwürdig. Die Unschuldsvermutung gilt bei mir offenbar nicht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das ein persönlicher Rachefeldzug gegen mich ist, nur weiß ich nicht, von wem."

Inzwischen wird die Causa Rettberg immer mehr zum Politikum. Laut FORMAT liegt derzeit ein Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien. Dieser sieht eine Anklageerhebung wegen betrügerischer Krida vor. Eine erste interne Expertise der Oberstaatsanwaltschaft empfahl hingegen die Einstellung des Verfahrens gegen Rettberg wegen nicht ausreichender Terdachtslage.

Trotzdem könnte Anklage erhoben werden. Fritz Wennig, Präsident des österreichischen Juristenverbandes und Vertreter des durch die Anwaltskammer suspendierten Rettberg-Anwaltes Gerhard Eckert vermutet dahinter nun Interventionen der Anwaltskammer. Für die Kammer hätte die Einstellung des Verfahrens gegen Rettberg und seine Anwälte einen Gesichtsverlust bedeutet. Wennig gegenüber FORMAT: "Ich habe von zwei hochrangigen Juristen offizielle Aussagen, dass es zu solchen Interventionen gekommen ist."

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT!

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