FORMAT exklusiv: Ex-Estag-Vorstände werden Pflichtverletzungen vorgeworfen

Den Ex-Vorständen der Energie Steiermark Holding AG (Estag), Werner Heinzl, Hubert Jeneral und Gerhard Hirschmann, werden schwere Verletzungen der Sorgfaltspflicht vorgeworfen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Die Vorwürfe basieren auf dem FORMAT exklusiv vorliegenden "Sonderprüfungsbericht betreffend Energie Steiermark Holding AG vom 4. Juli 2004". Darin untersuchten die Wirtschaftsprüfer Ernst & Young sowie die Rechtsanwaltskanzleien "Hausmaninger Herbst" und "Freshfields Bruckhaus Deringer" im Auftrag der Estag-Aktionäre die Sorgfalt der Estag-Organe im Zeitraum von April 2003 bis Jänner 2004 sowie etwaige, daraus resultierende Organhaftungsansprüche. Die Estag gehört zu 25,1 Prozent dem französischen Stromkonzern EdF, die restlichen Anteile werden vom Land Steiermark gehalten.

Der insgesamt 575 Seiten starke Prüfbericht deckt mehrere Sorgfaltsverletzungen auf, wie etwa bei "Beteiligungserwerben an der Hieflau GmbH und der Gas-Alive.com GmbH.". Das Trio Heinzl, Hirschmann und Jeneral versäumte es in diesen Fällen "den Aufsichtsrat zu informieren bzw. erforderliche Genehmigungen einzuholen". Die Sonderprüfer dokumentieren eine Reihe "formaler Sorgfaltsverstöße", die aber keine Schadenersatzansprüche gegenüber den Vorständen auslösen, weil in den geprüften Fällen (noch) kein Schaden entstanden ist.

Zur im Jänner 2004 stattgefundenen Abberufung des gesamten Estag-Dreier-Vorstands (Heinzl, Jeneral und Hirschmann) äußern sich die Sonderprüfer zwar kritisch, können dabei aber keine Verfehlungen der mit dem Abberufungsbeschluß befaßten Organe feststellen: "Die Abberufung war gerechtfertigt."

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