FORMAT über Dogudans neue Pläne: Aus dem Haas Haus soll ein Luxus-Hotel werden

Es war ein gemütliches Abendessen unter Freunden. Am 27. Mai speisten Do&Co-Chef Attila Dogudan und Stararchitekt Hans Hollein in Dogudans Nobelrestaurant im Haas Haus in der Wiener City. Es wurde ein amikales Gespräch in bester Atmosphäre, das gut und gern zweieinhalb Stunden dauerte.

Während des Candlelight-Dinners im siebten Stock erörterten die beiden ein Projekt, bei dem es um ebendiese Luxusimmobilie geht. Der Aufsehen erregende Coup ist von langer Hand vorbereitet. Jetzt steht er kurz vor dem Abschluss.

Gastromulti Dogudan hat vor, auf vier Stockwerken des Haas Hauses ein Nobelhotel zu errichten. Das Gebäude wird zu diesem Zweck innen komplett umgestaltet und wird wieder einmal für Schlagzeilen sorgen - diesmal für positive. Seit der Neuerrichtung des Haas Hauses im Jahr 1990 hat das Bauwerk polarisiert wie kaum ein anderes in Österreich. Das moderne Design wurde als Stilbruch im Ensemble der Wiener Innenstadt betrachtet. Dann kam die Immobilie ins Gerede, weil das darin untergebrachte Einkaufszentrum einfach nicht abhob und schließlich die spanische Textilkette Zara auf den untersten beiden Stockwerken als Großmieter einzog.

Die Baupläne sind beim Magistrat eingereicht.
Die börsennotierte Do&Co Restaurants & Catering AG hat es stets geschafft, den Standort als ihr Flaggschiff zu nutzen. Sie betreibt dort das landesweit bekannte Do&Co-Restaurant, wo sich die Prominenten die Klinke in die Hand geben, dazu im sechsten Stock die Onyx-Bar und im dritten Stock das mediterrane Feinschmeckerrestaurant Aioli. Jetzt wird der Promiwirt und Airline-Caterer Dogudan seine Marke auch noch mit einem Hotel an Wiens bester Adresse - Stephansplatz 4 - aufpolieren.

Gemeinsam mit Hollein, der schon das Haas Haus entworfen hat, reichte Dogudan detaillierte Pläne für die Luxusherberge bei der Magistratsabteilung 37 BB, verantwortlich für "besondere Bauvorhaben", zur Prüfung ein. Dogudan hüllt sich angesichts des noch in der Schwebe befindlichen Verfahrens ebenso wie Hollein vorsichtshalber in Schweigen. "Die Sache ist noch nicht spruchreif."

45 Zimmer auf vier Stockwerken.
Peter Habla, bei der MA 37 BB zuständig für das Projekt, bestätigt hingegen die FORMAT-Recherche. "Es ist ein Ansuchen für den Bau eines Hotel- und Geschäftshauses anhängig. Professor Hans Hollein wird das Projekt in Kooperation mit Anton Müller von Uniqa Immobilien als Vertreter des Bauwerbers verwirklichen." Die Uniqa Versicherung hat das Gebäude 2003 um rund sechzig Millionen Euro von der Wiener Städtischen Versicherung gekauft.

Die wichtigsten Einzelheiten des noch geheimen Bauvorhabens vis-à-vis des Stephansdoms sind FORMAT bereits bekannt: 45 Zimmer auf vier Etagen will Dogudan künftig im Haas Haus anbieten. Das Hotel wird sich über die Stockwerke drei bis sechs erstrecken. Dem neuen Projekt muss die Onyx-Bar weichen, in der es zuletzt eher einfach war, einen Tisch zu bekommen. Auch das Aioli gehört, so Dogudans Vorhaben bewilligt wird, bald der Vergangenheit an.

Angesprochen werden soll der modern-urbane und zahlungskräftige Gast, der das Besondere liebt. In guter Do&Co-Tradition wird der Service perfekt sein. Das Hotel im Haas Haus wird im Vergleich zu Häusern wie dem Hilton zwar klein, aber dafür besonders fein sein und höchsten Fünf-Sterne-Ansprüchen genügen.

Nachdem erst vor zwei Monaten das Style-Hotel nahe der Freyung eröffnete und ein Ritz-Carlton an der Ringstraße geplant ist, wird Wien damit um eine weitere Nobelabsteige reicher.

Auch das bekannte Do&Co-Restaurant wird umgebaut.
Das Hotel ist nicht die einzige Änderung, die jetzt auf das Haas Haus zukommt: Dogudan, an dessen Unternehmen die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien eine Sperrminorität hält, unterzieht Insidern zufolge auch sein Flaggschiff, das beliebte Do&Co-Restaurant im siebten Stock, einem gründlichen Relaunch. Schöner, größer und noch luxuriöser heißt die Devise des aus der Türkei stammenden 46-jährigen Promigastronomen, der seine unternehmerische Karriere 1981 als 21-jähriger Student mit der Eröffnung eines Feinkostladens in Wien begann und zu einem der bekanntesten Caterer Europas aufstieg - mit Dependencen in New York und Miami.

Ob der Umbau des Haas Hauses diesmal reibungslos über die Bühne geht oder nicht, entscheidet sich womöglich schon in den nächsten Tagen. Magistratsbeamter Habla sagt: "Demnächst findet eine Bauverhandlung statt, bei der alle Anrainer geladen sind, die weniger als zwanzig Meter vom Gebäude entfernt wohnen." Für Dogudan wird es in jedem Fall ein heißer Termin. Schließlich lässt er genau wie in seinen Küchen auch sonst nichts anbrennen: Bereits Anfang Juli sollen die Bauarbeiter anrücken, um seine jüngste Vision umzusetzen. (FORMAT Nr. 38 2005)

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