FORMAT: Die Bawag finanzierte
"Sondergeschäfte" von Wolfgang Flöttl

Die im Eigentum des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) befindliche Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) arrangierte zwischen 1995 und 2000 großvolumige Finanzierungen mit Wolfgang Flöttl. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.

Die erstmals im April 1994 aufgedeckten "Karibik"-Geschäfte zwischen dem damaligen Bawag-General Walter Flöttl und seinem Sohn Wolfgang liefen trotz gegenteiliger Behauptungen noch viele Jahre weiter. Das belegt das FORMAT exklusiv vorliegende "Protokoll Nr. 246 über die Aufsichtsratssitzung der Bank für Arbeit und Wirtschaft vom 17.September 1998" auf insgesamt 37 Seiten eindrucksvoll: "Die mit Dr. Flöttl abgewickelten Sondergeschäfte weisen ein Volumen von 550 Millionen Dollar auf, daraus haben wir seit 1995 bis dato einen Ertrag von insgesamt 554 Millionen Schilling lukriert."

Die Investments von Wolfgang Flöttl erwiesen sich letztlich nicht als Glücksgriff für die Gewerkschaftsbank und verursachten laut Bawag-Insidern Verluste von mehr als 600 Millionen Euro. Durch zusätzliche Fehlinvestitionen in spekulative Hedgefonds und riskante Pipe-Finanzierungen soll das Minus auf über eine Milliarde Euro angewachsen sein. Die Verluste wurden diskret über Briefkastenfirmen auf den British Virgin Islands verstaut und über die Jahre komplett abgeschrieben.

Um die gigantischen Verluste auszugleichen, entschied sich der damalige Bawag-General Helmut Elsner für waghalsige Manöver: Bawag-intern wurde ein Boom an Briefkastenfirmen in Irland, Liechtenstein, den British Virgin Islands und den Kanalinseln registriert. So entstand damals etwa die mit reichlich Spielkapital ausgestatteten AI-Alternative Investments Ltd., Jersey: Der Bawag-Hedgefonds AI verfügte laut FORMAT vorliegenden Aufsichtsratspapieren konkret über eine Finanzierungslinie von 422 Millionen Euro.

ÖGB-Finanzchef und Bawag-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger wurde laut FORMAT vom Bawag-Vorstand über die Karibikgeschäfte in Kenntnis gesetzt. Auch ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch müsste über die bristanten Details informiert gewesen sein. Ex-ÖGB-Vizepräsident Hans Sallmutter gegenüber FORMAT: "Jeder Eigentümervertreter muss über sein Eigentum Bescheid wissen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fritz Verzetnitsch von den Verlusten und den Briefkastenfirmen nichts wußte. Das gibt’s nicht."

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