FORMAT: Deutscher Rechnungshof: Flugsicherheitsrisiko beim Eurofighter "nicht akzeptabel"

Der deutsche Bundesrechnungshof (BRH) bewertet das Flugsicherheitsrisiko beim Eurofighter als "für den Ausbildungsflugbetrieb nicht akzeptabel". Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf den 67 Seiten starken Rohbericht IV 6-2003-0639 vom 8. August 2003.

Grund: Eine "Vielzahl von gravierenden Mängeln" beim Bordradar, "deren Behebung bislang nicht absehbar ist". Weiters bemängelt der BRH, "dass bei faktisch allen Komponenten des Eurofighters die Entwicklung weit hinter dem Zeitplan zurückhängt". "Minder- und Fehlleistungen" seien etwa beim Seitenleitwerk, den Vorflügeln, der Pilotenkanzel und dem Rumpf festzustellen.

Das Triebwerke erfülle "in 13 erkannten Bereichen nicht die volle operationelle Fähigkeit (FOC) bzw. die vertraglich vereinbarten Eigenschaften", die Leistungsfähigkeit der Flugzeuge erreiche "nicht einmal die vertraglich vereinbarten Flugparameter (z.B.: Endgeschwindigkeit, Steiggeschwindigkeit, Agilität)." Mit Stand vom 30.7.2003 seien von "780 geforderten Verifikationsnachweisen (...) erst 47 vollständig akzeptiert (6%), weitere 129 teilweise (16,5%)."

EADS wehrt sich: "Aussagen des BRH falsch"
Eurofighter-Produzent EADS wehrt sich in FORMAT heftig gegen die im BRH-Bericht getroffenen Aussagen. "Es gibt derzeit noch keinen Bericht, sondern nur einen Entwurf, zu dem das deutsche Verteidigungsministerium erst Stellung nehmen muß", so Aloysius Rauen, Leiter der EADS-Militärflugzeugeabtteilung: "Im Moment wird über ein Papier debattiert, von dem niemand weiß, wie es schlußendlich aussehen wird". Und weiter: "Wir haben alle Leistungs- und Funktionalitätskriterien erfüllt, die notwendig waren, um in Serie zu gehen. Insofern sind die in der Öffentlichkeit diskutierten Aussagen des Rohberichts falsch." EADS könne garantieren, daß 2007 wie vereinbart voll einsatzfähige Eurofighter an Österreich ausgeliefert werden.

Tatsächlich bezieht sich der BRH-Bericht auf den Stand des Projekts Mitte 2003. Einige der Kritikpunkte sind nach Recherchen von FORMAT bereits überholt, einige der Betriebsbeschränkungen (etwa das Verbot, höher als 12.000 Meter zu fliegen) in der Zwischenzeit aufgehoben, weitere sollen bald folgen.

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