FORMAT: Bahn-Chef Huber kommt wegen Immobilien-Deal seiner Frau unter Druck

ÖBB-Chef Martin Huber kommt wegen eines Immobiliengeschäftes seiner Frau Barbara Huber-Lipp im Dunstkreis von ÖBB und Telekom Austria unter Druck. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe. Laut dem Magazin fordert nun ÖBB-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker eine Aufklärung Hubers vor dem Kontrollgremium. "Hier sind einige Fragen offen", sagte Pöchhacker gegenüber FORMAT.

Wie berichtet hat Huber-Lipp im März 06 über eine Besitzgesellschaft Anteile an einem Wiener TA-Palais um knapp sechs Millionen Euro erworben, um sie jetzt, bloß zwanzig Monate später, höchst lukrativ um elf bis zwölf Millionen weiterzuverkaufen, schreibt FORMAT.

Architekt für ÖBB tätig
Laut dem Magazin würden nun immer mehr Details bekannt, die auf eine Verquickung des Geschäftes mit den ÖBB hindeuten. Nicht nur ist Bestbieter ausgerechnet die Seeste Bau, ein ÖBB-Partner-Unternehmen am Wiener Hauptbahnhof. Auch der von Huber-Lipp im Zuge eines Dachausbaus beschäftigte Architekt Albert Wimmer ist laut seiner Homepage für die ÖBB tätig, unter anderem ebenfalls am Hauptbahnhof.

Martin Huber war gegenüber FORMAT zu keiner Stellungnahme bereit. "Ich kommentiere Geschäfte meiner Frau nicht."

Unklarheit über Rolle von Steuerberater
Klären muss der ÖBB-Aufsichtsrat nun auch die Rolle des Steuerberaters Josef Ischepp bei dem Deal. Ischepp hält 75 Prozent der Projektentwicklungsgesellschaft "Schillerplatz 4" treuhändisch. Für wen ist unklar, und damit auch, wer mit Huber-Lipp verdient, schreibt FORMAT. Die Grün-Abgeordneten Gabriela Moser geht in einer parlamentarischen Anfrage zur Causa davon aus, dass Ischepp auch Martin Hubers privater Steuerberater ist.

Indessen geht TA-Vizechef Rudolf Fischer vorsichtig auf Distanz zu Martin Huber, schreibt FORMAT. Fischer war wegen eines kolportierten Naheverhältnisses mit Huber als potentieller Einfädler eines möglichen Insiderdeals ins Gerede gekommen. Er sei nie für Immobilien zuständig gewesen, wies er derartige Vorwürfe zurück. Intern lässt Fischer durchblicken, dass sein Verhältnis zu Huber nicht so gut wie angenommen sei, schon weil dieser seine (Fischers) Beteiligung an dem umstrittenen Geschäft nie klar dementiert habe, schreibt FORMAT.

"Sehr viele Abteilungen involviert"
Tatsächlich sei der Deal in die Verantwortung des inzwischen ausgeschiedenen TA-Finanzvorstandes Stefano Colombo, inzwischen Cheffinanzer der RHI, gefallen, schreibt FORMAT. "Wegen der Bedeutung der Immobilie für die TA waren damals sehr viele Abteilungen involviert", so Colombo auf FORMAT-Anfrage. Wer sich hinter der Käufergesellschaft verberge, habe er zu keinem Zeitpunkt gewusst.

SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter ersucht jedenfalls in einem offenen Brief Franz Fiedler, Präsident des Beirates von Transparency International - Austria um Aufmerksamkeit für den Deal, so das Magazin. Kräuter befürchtet "gefährliche Beispielwirkung" und "Nachteile für Steuerzahler".

Die gesamte Story finden Sie im aktuellen FORMAT 48/07!

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