Flöttls Millionengrab

Die Bawag PSK erhebt schwere Vorwürfe gegen Wolfgang Flöttl: Er soll zumindest zwanzig Millionen Euro veruntreut haben.

Die Gier könnte Wolfgang Flöttl nun zum Verhängnis werden. Seit Monaten sucht Bawag-PSK-Boss Ewald Nowotny fieberhaft nach Informationen, die den 50-jährigen Sohn des Ex-Bawag-Generals Walter Flöttl schadenersatzrechtlich in die Enge treiben. Vor wenigen Wochen wurde Nowotnys Bawag-Restrukturierungsteam endlich fündig. Nachdem Flöttl am Höhepunkt der Karibikaffäre im Jahr 2000 fast zwei Milliarden Euro Bawag-Gelder verspekuliert hatte, gelang ihm ein weiteres kriminelles Kunststück: Zumindest 20 Millionen Euro Bawag-Gelder soll der Finanzjongleur diskret auf eigene Konten verschoben haben.

Blitzartig wanderte das brisante Beweismaterial an die Bawag-Berater Fellner Wratzfeld & Partner. Die Korruptionsexperten der renommierten Wiener Rechtsanwaltskanzlei formulierten daraus eine saftige Schadenersatzklage gegen Wolfgang Flöttl (und seinen Komplizen Helmut Elsner), die dem Wiener Handelsgericht vor knapp zwei Wochen zugestellt wurde. Nowotny: „Wir sind von Wolfgang Flöttl massiv geschädigt worden und ziehen nun vor Gericht.“

Detailliert wird in der FORMAT exklusiv vorliegenden Klage das System der Flöttl’schen Bawag-Abzocke beschrieben. Klipp und klar stellt die Bawag PSK in dem 23 Seiten starken Dossier auch ihre Forderungen an Flöttl fest: „Der Schaden allein aus den Uni-Bonds beträgt rund 350 Millionen Euro. Für diesen Schaden haften Wolfgang Flöttl (und Helmut Elsner) der klagenden Partei zu ungeteilter Hand.“

Aus Kostengründen fixierte Nowotny den Streitwert vorerst mit zehn Millionen Euro, wofür die Bawag exakt 148.888,24 Euro Gerichtsgebühren zahlen muss. Weil die Gebührenhöhe mit dem Streitwert steigt, wird die Bawag den Betrag erst zu einem späteren Zeitpunkt auf 350 Millionen Euro ausdehnen.

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