Finanzinvestoren sind an Lohn-Preis-Spirale schuld

„Die Notenbank sollte die Leitzinsen spürbar senken und damit das Geldangebot erhöhen.“

Die Konjunktur erleidet in Europa einen signifikanten Einbruch, und die Schätzungen der Wirtschaftsforscher müssen ständig weiter nach unten korrigiert werden. Ursächlich dafür sind mangelhafter privater Konsum beziehungsweise stagnierende Binnennachfrage.

Die häufig diskutierte Lohn-Preis-Spirale – das gegenseitige Hochschaukeln von Löhnen und Preisen – ist allerdings auch umgekehrt gültig: Wenn diverse Unternehmen zwecks ständig steigender Ertragsziele sowohl die Preise massiv erhöhen als auch die Kosten stark senken, was vor allem zu Las­ten der Mitarbeiter geht, so bleibt nach einiger Zeit breiten Bevölkerungsschichten kaum noch genug Einkommen zum Auskommen. Zusätzlich sehen sich die Menschen mit ständig neuen Unsicherheiten und Belastungen seitens der öffentlichen Hand konfrontiert, die von Pensionskürzungen und laufend neuen Selbstbehalten bis zu massiven Gebührenerhöhungen ­reichen.

Deshalb müssen Bürger steuerlich entlastet werden. Notwendig ist ein Minimum von vier Milliarden Euro. Nicht die umfangreichen Lohnforderungen der Arbeitnehmer sind der Auslöser der Spirale, sondern die von den außer Rand und Band geratenen Kapitalmärkten und Finanz­investoren ständig nach oben lizitierten Gewinnerwartungen. Die sinnvollste Vorgehensweise wäre es, seitens der Notenbank die Leitzinsen spürbar zu senken und damit das Geldangebot zu erhöhen. Ein stabiles Gleichgewicht bei niedri-gen Zinsen und hohem Wohlstands­niveau wäre pro-
blemlos möglich.

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