Fiedler for President? Was hinter der Kandidatur steckt

Knalleffekt im flauen Präsidentschafts- wahlkampf: Rechnungshofchef Franz Fiedler will in die Hofburg – mit einem mysteriösen Sponsor und der Unterstützung von Jörg Haider.

Rund um die Dampfschiffgasse, den Sitz des Rechnungshofs, wurden in den ersten Februarwochen dieses Jahres gleich mehrmals zwei Herren gesichtet: der eine groß gewachsen und brünett, der andere kompakt und weißhaarig. Einmal zogen sich Haider-Intimus Mathias Reichhold und Magna-Chef Frank Stronach zu Besprechungen mit Rechnungshofpräsident Franz Fiedler in sein Büro zurück, ein anderes Mal tafelte die Runde in angeregter Stimmung in einem nahe gelegenen Restaurant. Offiziell ging es um die Vorbereitung von Fiedlers Auftritt bei einer Diskussion über „Demokratie und Bürgerrechte“ am 12. Februar in Velden. Teilnehmer: Frank Stronach, Jörg Haider und Franz Fiedler.

Inoffiziell soll in diesen Tagen auch ein weit wichtigerer Auftritt besprochen worden sein: jener von Fiedler als dritter Kandidat bei der Präsidentschaftswahl am 25. April 2004. Magna-Eigentümer Stronach soll angeblich finanzielle Unterstützung zugesagt, Reichhold im Namen Jörg Haiders politischen Sukkurs zugesichert haben.

Diesen Mittwoch, zeitgerecht zum Endspurt im Kärntner Landtagswahlkampf, war es dann so weit: Fiedler kündigte in „News“ an, er sei für die Präsidentschaftskandidatur bereit: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es sich bei jener Seite, die an mich herangetreten ist, um durchaus ernst gemeinte Ambitionen handelt.“ Jedenfalls: „Ich stehe grundsätzlich für eine Kandidatur zur Verfügung.“
Dass es sich bei der von Fiedler kryptisch bezeichneten „Seite“ um Frank Stronach handelt, dementiert Magna-Sprecher Andreas Rudas. Es gebe keine finanzielle Unterstützung. Laut „News“ stehen aber Fiedler für seine Reise in die Hofburg schon fünf bis sieben Millionen Euro Wahlkampfbudget zur Verfügung.

Fest steht: Keiner will Fiedlers geheimnisvoller Hintermann sein. FP-National-ratspräsident Thomas Prinzhorn dementiert eine finanzielle Unterstützung Fiedlers ebenso wie der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Lorenz Fritz.
Der oberösterreichische Anwalt Gerhard Wildmoser, ein enger Freund von Thomas Klestil, sucht zwar seit vergangenem Sommer nach einem geeigneten unabhängigen Kandidaten aus dem bürgerlichen Lager und wäre nach eigenen Angaben jederzeit in der Lage, ein paar Wahlkampfmillionen aufzustellen. Aber: „Ich habe mit dem Herrn Fiedler überhaupt nichts zu tun.“ Etwas kryptischer Nachsatz von Wildmoser: „Ich wäre nie auf die Idee gekommen, gegen die Frau Ferrero jemanden aufzustellen. Aber wenn es sie nicht mehr gibt, muss man sich das überlegen“. Auch die Raiffeisen-Organisationen Wien/Niederösterreich und Oberösterreich sind nicht Fiedlers Geldgeber.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Politik

Facebook-Rebell Max Schrems wird Berater von NEOS

Audi steigt auf die Bremse: Rückrufaktion für 850.000 Diesel

Auto & Mobilität

Audi steigt auf die Bremse: Rückrufaktion für 850.000 Diesel

Politik

Post-Causa: Ermittlungen gegen Karl-Heinz Grasser eingestellt