Fernsehen: 1:0 für die Privaten

Österreichs Fußball wirkt: Die Privaten verzeichnen steigende Quoten. Nun will Premiere-Chef Kofler mehr: die TV-Rechte am Wintersport.

GAK gegen Liverpool, 0:2, und es war, vorsichtig gesagt, aus österreichischer Sicht nicht unbedingt ein großes Spiel. Georg Kofler, der Chef des Pay-TV-Senders Premiere, war dennoch zufrieden. Die zweite Halbzeit habe er gesehen, sagt er, und dabei als Konsument ein „Premium-Produkt“ geboten bekommen: „Der Fußball war perfekt ins Bild gerückt, es gab tolle Szenen und viel Action.“
Kleiner Zusatz: Die Bilder, die Kofler sah, stammten von seiner Firma.

Seit vier Wochen ist Premiere der Inhaber der österreichischen Fußballrechte. Für insgesamt 42 Millionen Euro hat der Pay-TV-Sender die TV-Lizenzen an der oft belächelten Liga erworben und damit eine Revolution im österreichischen Sportfernsehen ausgelöst. Fußball gibt es ab sofort nicht mehr zum Null-tarif beim ORF, sondern nur bei Premiere und in der Zusammenfassung bei ATV+.

Trotz anfänglicher Skepsis einiger Bundesligafunktionäre wie des scheidenden Vorstands Peter Westenthaler ist die Bilanz für die beiden Privaten durchwegs positiv. Die ATV+-Fußballsendung „Volltreffer“ erreichte vergangenen Samstag um 22 Uhr erstmals mehr als 100.000 Zuschauer. Schon klar, das ist wenig im Vergleich zu den 315.000 Menschen, die laut ORF im Jahresschnitt die ORF-Bundesliga-Sendung geschaut haben – im Detail betrachtet ist der Abstand aber nicht so gravierend. Die vergleichbare „Bundesliga“-Show des ORF vor einem Jahr, als Ende Juli die unspektakuläre dritte Runde anstand, erreichte laut Teletest auch nur 250.000 Menschen.

Zumal die Bundesliga ohnehin wenig Handlungsspielraum hat – eine Ausstiegsklausel für den Fall, dass ATV+ und Premiere ihre Reichweitenprognosen nicht erfüllen, ist in den Verträgen nicht vorgesehen.

ATV+-Chef Franz Prenner ist deshalb optimistisch, im Saisonschnitt weit über 150.000 Menschen zu erreichen. Prenner: „Wir sind absolut im Soll. Außerdem haben wir mit der Bundesliga unser wichtigstes Ziel erreicht: Unser kleiner Sender wurde bekannter, ‚Volltreffer‘ animiert immer mehr Menschen, ATV+ tatsächlich auf ihrem Fernseher einzustellen.“

Die sechs Millionen Euro, die ATV+ für die Sublizenzen an Premiere und die Produktion der „Volltreffer“-Sendungen jährlich zahlt, sind für Prenner deswegen eine lohnende Investition.

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