Ex-Telekom-Chef Ametsreiter: "Eine Kiste reicht locker"

Ex-Telekom-Chef Ametsreiter: "Eine Kiste reicht locker"

Hannes Ametsreiter: "Es war ein Stahlbad. Mich kann nichts mehr erschüttern."

Hannes Ametsreiter hat sich mit einem Rekordquartal von der Telekom Austria verabschiedet und zieht Bilanz über zwei aufregende und bewegte Jahrzehnte.

FORMAT: Letzter Arbeitstag - mit wie vielen Kisten werden Sie das Büro verlassen?
Hannes Ametsreiter: Eine Kiste reicht locker. Mein Grundsatz war immer, mit leichtem Gepäck zu reisen.

Nach dem "Super"-Jahrzehnt...
Ametsreiter: begann 2006 meine Mission Impossible, die zu einer Mission Possible wurde: mein Einstieg ins Festnetz

Den Job wollte damals niemand.
Ametsreiter: Den wollte wirklich niemand haben. Da kannst du nur verlieren, sagte man mir. Wir haben damals 25.000 Kunden pro Monat verloren. Wäre das so weitergegangen, hätten wir in vier Jahren keine Festnetzkunden mehr gehabt. Dann haben wir die Kombipakete eingeführt: ein grandioser Schachzug.


Ich habe Dinge erlebt, die andere Manager in börsennotierten Unternehmen nicht erlebt haben.

Die Kunden haben das Festnetz "halt dazugenommen", weil es inkludiert war.
Ametsreiter: Ja, damals waren wir ein Mobilfunkunternehmen mit Festnetz. Heute ist das Festnetz ein Wachstumsbringer und die Basis für die Zukunft des Konzerns. Ich hatte damals binnen zwei Monaten die Entscheidung getroffen, dass wir ein konvergenter Anbieter werden: als erster Telekomkonzern der Welt. Mit der Vision waren wir richtungsweisend.

Und ab 2010 holte die Telekom dann ihre Vergangenheit ein: die Affären. Wie erklären Sie sich retrospektiv, dass es so ein System im System geben konnte?
Ametsreiter: Wo Menschen sind, können Fehler passieren, Entwicklungen, die getrieben sind vom Ego, die in Richtungen gehen, die man nicht für möglich hält. Heute haben wir jedenfalls die schärfsten Compliance-Regeln, die es in Österreich gibt...

=> Lesen Sie das ganze Interview im FORMAT Nr. 31/32 2015
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Zur Person

Hannes Ametsreiter , 48, heuerte nach einem kurzen Engagement bei Procter &Gamble 1996 im Marketing bei der Mobilkom an. Unter Boris Nemšić wechselte er 2001 als Vertriebschef zur Telekom Austria und wurde 2007 Marketingvorstand des Konzerns und übernahm später die Festnetzsparte.

Mit dem überraschenden Abgang von Nemšić 2009 übernahm Ametsreiter dessen Agenden und führte die Telekom-Austria-Gruppe bis Ende Juli 2015. In seine Amtszeit fiel auch die Zusammenführung der Festnetz-und Mobilfunksparte unter der Marke A1.

Nun steht Ametsreiter vor seinem nächsten großen internationalen Karrieresprung: Zum 1. Oktober wird er Chef von Vodafone Deutschland. Vodafone ist der drittgrößte Mobilfunkkonzern der Welt. Ametsreiter gehört dort auch dem globalen Board an.

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