Es gibt nur einen begrenzten Markt an Sponsoren

Sturm: Pleite. Der GAK: Pleite. Pasching: Will nach Kärnten ziehen. Ist der Profi-Fußball in Österreich vielleicht einfach nicht zu finanzieren?

Als Fußballklub kann man in Österreich nur dann überleben, wenn man seine Ausgaben minimiert. Und was kann man da tun? Man hat die Spielergehälter, die Gagen für die Spieler-Manager, die immer unverschämter werden, und dann das Finanzamt und die Krankenkassen. Da kann man derzeit kaum einsparen, also muss man versuchen, die anderen Kosten im Betrieb zu senken. Bei uns in Pasching heißt das, dass wir im Verein neben den Betreuern und den Spielern gerade einmal vier Mitarbeiter haben. Sonst würde es nicht gehen. Achtzig Prozent unseres Budgets gehen für die Gehälter und Lohnnebenkosten der Spieler drauf. Das sagt wohl alles.

Es gibt in Österreich einfach nur einen begrenzten Markt für Sponsoren. Einige überregionale, wie es bei uns Superfund ist, und sonst sind es nur regionale Sponsoren. Gerade das ist das Problem, das wir in Pasching haben. Ich glaube, dass der Markt für drei oberösterreichische Klubs einfach zu klein ist, und jeder, der mir erzählt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, erzählt einen Blödsinn. Ein Beispiel: Verkauft ein Bäcker mehr Semmeln, weil in seiner Straße gleich im Nebenhaus noch ein Bäcker aufmacht und dann noch einer? Natürlich nicht! Und nicht anders ist es auch im Fußball.

Wenn man die wirtschaftliche Basis der Klubs verbessern will, dann muss man mit der Politik reden. Ich stehe dazu, dass man Steuern zahlen muss, wenn man etwas verdient. Aber mit Fußball kann man hier nichts verdienen, die Kicker sind nichts anderes als Entertainer, die zur Belustigung des Volkes beitragen. Solange man nicht mehrere Jahre erfolgreich im internationalen Geschäft spielt, wird man mit dem Fußball hier nie etwas verdienen. Warum ändern wir dann also nicht die Steuergesetze? Warum werden Fußballer nicht anders besteuert als einfache Angestellte? Bei Skifahrern oder auch im Motorsport gibt es ja den sogenannten Spitzensportler-Steuersatz. Wenn dieser auch für Fußballer gelten würde, dann wäre den Klubs am meisten geholfen.

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Kommentar
Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) in Wien

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