„Es gibt keinen starken Mann“

Gustav Poschalko, neu in den ÖBB-Holding-Vorstand aufgerückter Rail-Cargo-Chef, über die neue Führungsstruktur der ÖBB und mögliche Auswirkungen des deutschen Lokführerstreiks auf Österreich.

Seine Mission ist heikel: Gustav Poschalko, 66, war bisher Chef der ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo, jetzt rückt er in den Holding-Vorstand auf. Dort schwang bisher Martin Huber, 47, assistiert von Finanzvorstand Erich Söllinger, 44, uneingeschränkt das Zepter. Poschalko wird, anders als Huber, dem sozialdemokratischen Lager zugerechnet, so wie auch Ex-Porr-Chef Horst Pöchhacker, der neue ÖBB-Aufsichtsratspräsident. Poschalkos Herausforderung: Als erfolgsverwöhnter Chef der Cashcow Rail Cargo muss er mit Huber harmonieren, der über ein ausgeprägtes Ego verfügt. Während FORMAT in Poschalkos Besprechungszimmer noch auf ihn wartet, sind nebenan laute Worte zu hören: Poschalko hält eine Standpauke. Als er eintritt, wirkt er trotzdem entspannt.

FORMAT: Worüber haben Sie sich gerade geärgert?
Gustav Poschalko: Mitarbeiter eines Dienstleistungsunternehmens wie Rail Cargo Austria müssen erreichbar sind. Ausklinken geht nicht. Damit würden wir unsere Kunden beleidigen, was natürlich nicht in unserem Interesse liegt. Ich mache Kontrollanrufe, um zu sehen, wie gut unser System funktioniert.
Pressesprecher Thomas Berger: Der Chef selbst ist ein leuchtendes Vorbild. Er war in drei Jahren nur zweimal nicht für mich erreichbar. Das hatte jeweils triftige Gründe.
FORMAT: Für einen Sozialdemokraten sind Sie recht streng. Manche Gewerkschafter haben etwas gegen ständige Verfügbarkeit.
Poschalko: Das wirtschaftliche und soziale Umfeld ändert sich derzeit gründlich. Nehmen Sie die Kirche. Da machen sich Gruppen für die Priester-Ehe stark. In der Gewerkschaft sind die Dinge auch nicht einzementiert.
Berger: Es gibt einen Paradigmenwechsel bei der Bahn. Das 8-bis-16-Uhr-Denken ist Geschichte.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Wirtschaft

Porsche-Holding Chef Schützinger fordert "fairere" Besteuerung

Kommentar

Standpunkte

"Abschottung bedeutet Verzicht auf wichtige Netzwerke"

DSGVO: Mehrheit heimischer Unternehmen ist säumig

Bonität

DSGVO: Mehrheit heimischer Unternehmen ist säumig