Es fehlen Brücken zur internationalen Gemeinschaft

Randale zu Beginn, Konferenzfoto am Ende: Was können die Meetings der angeblich mächtigsten Staatenlenker der Welt überhaupt erreichen?

Die lautstarken Proteste, von denen Gipfel der mächtigsten Industrienationen der Welt begleitet werden, sind nicht nur Zeichen einer fragwürdigen demokratischen Legitimität, sondern auch Ausdruck enttäuschter Hoffnungen über selten erreichte Ziele, etwa auf Gebieten wie Klimaschutz oder Entwicklungszusammenarbeit. So sind massive Hilfsaktionen für Afrika, angekündigt auf einem der letzten Gipfel in Edinburgh, ebenso ausgeblieben wie gemeinsame Aktionen zur Beschränkung des weltweiten CO2-Ausstoßes. Zur Kritik an der G8 trägt auch bei, dass in ihrem Kreis bedeutende neue Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien oder Südafrika – als einzige große Industriemacht seines Kontinents – fehlen. Dazu kommt, dass Beschlüsse der G8 so wie die der früheren G7 schon deshalb oft ins Leere gehen müssen, weil sie mit formeller Entscheidungsgewalt, wie sie legitimierte internationale Organisationen besitzen, nicht ausgestattet sind: Verbindlich werden sie daher erst dann, wenn sie von solchen Institutionen aufgenommen werden.

Sind diese Treffen dennoch mehr als glänzende Photo- Opportunities für die Mächtigen der Welt, so liegt das zum einen an ihrer Rolle als Gestalter für das Verhältnis zwischen einflussreichen Großmächten und deren Führern zueinander: Das gilt besonders seit der Ko-Optierung Russlands, das damit seine Rückkehr in den Kreis ernst zu nehmender Global Player bestätigt findet. Neuen Staatschefs wie dem frisch gewählten Präsidenten Frankreichs dienen sie darüber hinaus als erste diplomatische Feuertaufe. Eine nur sich selbst zur Rechenschaft verpflichtete G8 wird freilich, selbst erweitert durch das eine oder andere neue Mitglied, umstritten bleiben, solange ihr ein demokratisches Fundament, solange ihr Brücken zur internationalen Gemeinschaft insgesamt fehlen: An solchen Brücken wird sie in der Zukunft zu bauen haben, will sie zum wirklich und dauerhaft gestaltenden Element der internationalen Politik werden. Ein Zeichen für eine solche Bereitschaft wäre es etwa, neben dem Präsidenten der Europäischen Kommission auch dem Generalsekretär der Vereinten Nationen einen Platz an ihrem Tisch zu geben.

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