Energiesparen: 800 Euro im Jahr

Österreichs Haushalte klagen über steigende Energiekosten. FORMAT zeigt, wie Sie ohne großen Aufwand nachhaltig Energie sparen und so die Kosten für Strom und Heizung senken.

Schon Bruno Kreisky sorgte in den 70er-Jahren mit seinen Aussagen zum Energiesparen für Aufsehen. Die legendären Vorschläge des einstigen Kanzlers: weniger oft duschen und lieber nass rasieren.
Zeitgemäßere Möglichkeiten, Energie zu sparen und auf diese Weise trotz steigender Energiepreise die Kosten der Strom- und Heizrechnung zu senken, funktionieren ohne Komfortverlust und Hygienedefizit. Dass der Energieverbrauch und der daraus resultierende CO2-Ausstoß reduziert werden müssen, ist mit der Klima-Diskussion zum Allgemeingut geworden.

Große Investitionen sind dazu meist gar nicht notwendig. Schon ganz kleine Veränderungen im Haushalt schlagen sich positiv auf der jährlichen Strom- und Heizkostenabrechnung nieder. Das beginnt bei der Reduzierung der Raumtemperatur um ein Grad und endet beim Austausch der Beleuchtung – Energiesparlampen haben eine zehn bis 15 Jahre längere Lebensdauer als konventionelle Glühbirnen und verbrauchen dabei nur ein Fünftel an Strom. Wer das macht und zudem Haushaltsgeräte und Heizung effizient nutzt, der kann sich so bis zu 800 Euro pro Jahr sparen.

Bei größeren Investitionen in energiesparende Technologien steigt man mittel- bis langfristig sogar noch besser aus. So rechnen sich die Mehrkosten für den Bau eines Passivhauses dank der eingesparten Energiekosten von 80 Prozent bereits nach acht Jahren. Auch der Stromanbieter sollte unter die Lupe genommen werden, denn beim Strompreis der Energieanbieter gibt es Unterschiede bis zu 97 Euro pro Jahr für einen durchschnittlichen Haushalt.
FORMAT zeigt, wie Sie ohne großen Aufwand Energiefresser wie Standby eliminieren können, wo Sie dabei am besten ansetzen und welche Förderungen Sie für umweltbewusstes Bauen und Sanieren kassieren können.

Raumklima: Sparen durch richtige Temperatur.
„Österreicher sind viel zu datengläubig. Schicken Sie Ihr Thermometer auf Urlaub, und benutzen Sie Ihren Hausverstand“, sagt Andreas Hudecek vom Wien Energie Haus. „Die gefühlte Temperatur ist entscheidend, nicht die, die Sie am Thermometer ablesen.“ Schon ein Grad weniger im Raum spart einem Haushalt im Jahr sechs Prozent Energie. Wer sich von seinen 23 Grad im Wohnzimmer nicht trennen möchte, der sollte zumindest im Vorzimmer oder im Schlafzimmer die Temperatur etwas absenken.

In einem Altbau ist es allerdings weitaus schwieriger sich wohl zu fühlen, weil die Temperaturkontraste höher sind. Hudecek: „Da strahlen die Wände oft kalt ab, weil die Dämmung fehlt.“ Auch mit der richtigen Lüftung der Räume lässt sich einiges an Geld sparen. Ständig gekippte Fenster lassen die Wände auskühlen und treiben die Heizkosten in die Höhe. Alle drei Stunden für drei bis zehn Minuten zu lüften spart im Vergleich dazu pro Jahr immerhin 60 Euro. Raumkühlung mittels Fernwärme ist eine Alternative zum Energiefresser Klimaanlage. Auf der Bauen-&-Energie-Messe stellen 50 Aussteller noch bis Sonntag (18. Februar) dieses System vor.

Heizung: 50 Prozent Ein–sparen ohne Wärmeverlust.
75 Prozent der Energiekosten entfallen auf die Heizung. Von 3,7 Millionen Haushalten nutzen rund ein Drittel Ölheizungen und 21 Prozent Erdgas. Immerhin 24 Prozent der Haushalte haben schon erneuerbare Energieträger wie Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie, Biomasse oder auch Erdwärme im Einsatz. 260.000 Haushalte nutzen Fernwärme.
Für den AK-Energie- und Umweltexperten Thomas Ritt, der eine Studie zum Thema Energiesparen herausgebracht hat, ist Fernwärme trotz der hohen Investitionskosten für Ballungsräume ein wichtiger Energieträger: „Fernwärme ist preislich wettbewerbsfähig, hat keine Wartungskosten, eine hohe Versorgungssicherheit und ist vor allem auch umwelttechnisch eine sehr gute Alternative.“
Durch richtiges Heizen sind besonders in den Altbauten aus den 60er- und 70er- Jahren 100 bis 300 Euro Ersparnis pro Jahr möglich. Aber es geht noch besser. Bei der Sanierung eines solchen Altbaus auf Neubauniveau lassen sich zwei Drittel der Heizkosten einsparen. Beim Tausch der alten Gastherme durch einen neuen Gas-Brennwert-Kessel, Anbringung zeitgemäßer Wärmedämmung und neuen Wärmeschutzfenstern reduziert sich der Heizenergieverbrauch eines Haushalts um 27.000 Kilowattstunden – das spart immerhin 1.500 Euro im Jahr.

Experte Ritt: „Wichtig ist, dass die einzelnen Haushalte in ihrem bestehenden System Strukturen ändern.“ Ein wichtiger Aspekt der Heizung ist der Thermostat, mit dem man je nach Wohlfühlgefühl die Temperatur im Raum einstellen kann. Ritt: „Schalten Sie die Heizung nie aus, denn erneutes Aufwärmen verbraucht zusätzlich Energie.“ Die Nachtabsenkung sollte nicht mehr als drei Grad betragen. Falls der Urlaub ins Haus steht, dann sollte die Temperatur nicht tiefer als auf 15 Grad abgesenkt werden.

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