Eine ähnliche Euphorie ist in Österreich möglich

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war ein voller Erfolg. Was lernt Österreich als EM-2008-Veranstalter davon?

Die Europameisterschaft 2008 in Österreich birgt etliche Herausforderungen in organisatorischer wie spielerischer Hinsicht. Punkto Organisation hat sich Österreich schon des Öfteren als hervorragender Veranstalter bewiesen, allein drei Champions-League-Finale wurden erfolgreich in Wien ausgetragen. Die EM ist zwar größer, aber absolut machbar.

Vor allem bei der Vermarktung eines Mega-Fußballspektakels können wir von den Deutschen viel lernen. Die Fanmeilen waren einzigartig und ein Riesenerfolg. Da wird noch viel Arbeit auf uns zu kommen. Die Städte in Österreich sind kleiner, aber es werden wahrscheinlich genauso viele Menschen wie in die deutschen Austragungsstätten kommen. Wir müssen sorgfältig vorbereitet sein, wenn 20.000 Menschen ein Ticket haben, aber 70.000 kommen. Die wollen mitfeiern, auch wenn sie nicht ins Stadion kommen.

In Sachen Fußball sieht es jedoch anders aus. Wir können nicht wie Klinsmann sagen, wir werden Europameister im eigenen Land. Das wird uns kaum jemand abkaufen. Aber: Wenn die Rahmenbedingungen passen, wir ausreichend Zeit haben, uns ordentlich vorzubereiten, dann ist vieles möglich. Im Vorfeld der WM traute man der deutschen Nationalmannschaft vielleicht ein Viertelfinale oder ein Achtelfinale zu. Nach dem Sieg gegen Schweden waren sie plötzlich WM-Favorit, die Euphorie war grenzenlos. Klinsmann hatte neue Ideen und hat gezeigt, dass nichts unmöglich ist, und damit ein ganzes Land bewegt. Wir müssen unseren Trainer auch in Ruhe seinen Weg gehen lassen, auf Hickersbergers Wünsche eingehen und ihn ungestört seine Arbeit verrichten lassen. Aber auch die Schweiz können wir als Vorbild nehmen. Rund siebzig Prozent der Schweizer Nationalspieler spielen im Ausland, bei uns sind es gerade einmal fünfzehn Prozent. In Zeiten, wo wir bei der WM mitgespielt haben, waren wir ein Exportland, eine Mehrheit der Nationalspieler waren Legionäre, mittlerweile sind wir ein Importland geworden. In zwei Jahren ist im Fußball jedoch noch vieles zu erreichen, und dann kann mit den Zuschauern im Rücken eine ähnliche Euphorie wie in Deutschland losbrechen.

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