Ein Stangenschuss entscheidet über 7 Millionen Euro

Sturm: Pleite. Der GAK: Pleite. Pasching: Will nach Kärnten ziehen. Ist der Profi-Fußball in Österreich vielleicht einfach nicht zu finanzieren?

Eine kleine Geschichte zum Fußball und zur Schwierigkeit des Wirtschaftens in diesem Geschäft: Im Sommer des Jahres 2002 spielte Sturm Graz in Sofia ein Qualifikationsspiel zur Champions League gegen Hapoel Tel Aviv. In der 87. Minute traf ein Sturm-Spieler die Latte, der Ball ging ins Out, Sturm war in der Quali ausgeschieden. Wäre der Ball reingegangen, hätte sich Sturm für die Champions League qualifiziert. Es war eine Entscheidung von ein paar Zentimetern auf oder ab. Das wirtschaftliche Ergebnis: Wäre der Ball ins Tor gegangen, hätte Sturm alleine aus dem TV-Topf für die Champions League fast vier Millionen Euro bekommen. Dazu hätte es dann Punkteprämien gegeben, Zuschauereinnahmen, zusätzliche Sponsorengelder. Der Stangenschuss hat alles in allem über ein Budgetvolumen von mindestens 7 Millionen Euro entschieden. Die Sturm dann eben nicht hatte.

Was uns das erzählt? So ziemlich alles über das Fußballgeschäft. Sturm hatte damals eine Mannschaft, die von der Qualität her für die Champions League geeignet war. Und diese Mannschaft hatte auch den Preis, der für die Champions League gepasst hätte; für die Liga selbst war das aber zu teuer. Die Krise, die wir jetzt um den GAK oder auch Sturm erleben, ist in Wahrheit noch viel dramatischer, als sie aussieht. Mit Ausnahme der Wiener Austria konnte sich keine Mannschaft, die in den vergangenen zehn Jahren Meister wurde, den Titel eigentlich leisten. Die Kader, die Mannschaften waren jedes Mal viel zu teuer für die bescheidenen Mittel, die es in Österreich gibt. Aber das ist eben genau das Problem: Die Schwierigkeit für einen Präsidenten ist es, die persönliche Eitelkeit, die der sportliche Erfolg bringt, nicht über die Grenzen der wirtschaftlichen Machbarkeit hinaus zu heben. Fußball hat seine eigenen Gesetze, und es ist nicht einfach, dem Druck des Erfolges standzuhalten.

Aber als Präsident eines Klubs hat man keine andere Chance. Wenn man das beherzigt, kann man einen Klub auch wirtschaftlich erfolgreich führen. Wenn ich das nicht glauben würde, würde ich mir den Job nicht antun.

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