Ein Krieg, in dem Verluste nicht zählen

Die Kämpfe zwischen der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz und der israelischen Armee eskalieren. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Die Hisbollah war sich der Folgen bewusst. Als sie israelische Soldaten überfiel und entführte, war dies mehr als eine Hilfestellung für bedrängte palästinensische Kämpfer, die wenige Tage zuvor vom Gazastreifen aus das Gleiche getan hatten. Die Auseinandersetzung um Palästina nimmt vielmehr eine neue militärische Dimension an.

Seit langem fühlen sich die militanten Islamisten im Aufwind. Letztes Symptom dafür waren die Wahl des Chomeini-Enkels Mahmud Ahmadinedschad zum Präsidenten des Iran und seine anti-israelische Rhetorik, mit der er radikale Islamisten im ganzen Nahen Osten zu mobilisieren suchte.

Jetzt ist ein Krieg ausgebrochen, bei dem es den Beteiligten ums Ganze geht. Und in dem Verluste nicht zählen – nicht Menschen oder Sachschäden. Die Krise hat viele Gründe.

Die internationale Gemeinschaft aber war einäugig, als sie für die Sackgasse im Friedensprozess nur die in die Regie-rung gewählte Hamas verantwortlich machte. Die Besatzung, der Mauerbau, die fast täglich willkürlich getöteten Palästinenser – unter ihnen Frauen und Kinder –, die wirtschaftlichen Schikanen, die ignorierten Beschlüsse der UNO waren ihr kaum eine Randbemerkung wert. Der gemäßigte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wurde auf die Seitenlinie verbannt.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Saat der Gewaltbereiten aufgehen würde. Gewaltbereit zeigt sich auch die israelische Regierung. Viele Tausende ohne Rechtsverfahren einsitzende Palästinenser wären der Stoff für eine versöhnliche Geste gewesen. Statt dessen flächendeckende Gewalttätigkeit in Gaza gegen die gesamte Bevölkerung. Es folgte der Libanon.

Für die islamistisch bewegten Militanten zählen Opfer auf dem Weg zur Erreichung ihrer Ziele nicht – der Irak ist ein Beweis dafür. Auch die Israelis sind entschlossen, mit äußerster Härte die islamistische Bedrohung abzuwehren. Im Hintergrund warten weitere Mächte auf ihre Stunde. Und mit gutem Grund wächst die Besorgnis um die Stabilität der moderaten Kräfte in Kairo und Amman.

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