Ein Computermodell als ABS für turbulente Börsen

Die Aktienquote wird in kritischen Zeiten auf null reduziert.

Das wichtigste Erfolgsrezept eines guten Anlegers klingt eigentlich ganz einfach: Man muss in guten Zeiten investiert sein und sollte in schlechten Phasen möglichst wenig Geld verlieren. In der Praxis ist das natürlich viel leichter gesagt als getan, zumal das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg gewaltig täuschen kann. Der Wiener Fonds­manager Leo Willert setzt deshalb bei dem C-Quadrat Arts Total Return Dynamic (AT0000634738) auf ein nüchternes computergesteuertes Handelssys­tem, um wirklich schmerzliche Verluste zu vermeiden. In der jüngsten Krise hat das erstaunlich gut funktioniert. Während der Dachfonds normalerweise mit dem Durchschnitt der Weltaktienfonds gut mithält, hat er die vergangenen Monate vergleichsweise unbeschadet überstanden. Hauptgrund war, dass Willert die Aktienfondsquote, die normalerweise bei 100 Prozent liegt, im Jänner auf null heruntergefahren hat und auf An­leihen- und Geldmarktfonds umstieg. Inzwischen wurde die Aktienfondsquote wieder auf rund 50 Prozent hochgefahren, weil der Computer wieder vorsich­tige Kaufsignale abgab.

Fondsauswahl nach Trendmodell. Die Ermittlung der Aktienquote ist aber nur der erste Schritt. Das EDV-Programm analysiert im zweiten Schritt, welche Fonds gekauft werden sollen – und zwar diejenigen, die sich zuletzt besonders gut entwickelt haben. Derzeit setzt Willert besonders auf Fonds mit inflationsgeschützten Anleihen sowie auf Aktienfonds mit Schwerpunkten Energie, Schweiz, Osteuropa oder globale Schwellenländer. Das System funktioniert auch längerfristig. So wurden aus 10.000 Euro, die im November 2003 in den Arts Total Return Dynamic investiert wurden, bis Ende April 2008 bereits 14.050 Euro. Zum Vergleich: Im Schnitt vermehrten sich Weltaktienfonds in diesem Zeitraum auf 13.073 Euro. Noch erfolgreicher war der ebenfalls von Willert gemanagte C-Quadrat Arts Best Momentum (AT0000825393). Dort hätten Anleger jetzt sogar 17.915 Euro am Depot. Allerdings ist die Anlagestrategie des Fonds wesentlich aggressiver, weil die Aktienquote konstant bei 100 Prozent liegt. Auch bei der Fondsauswahl wird noch stärker auf möglichst hohe Erträge ge­setzt – was sich in den guten Börsenzeiten der vergangenen Jahre auch ausgezahlt hat. Natürlich kommt der Fonds in ausgeprägten Schlechtwetterphasen auch stärker ins Schleudern. Fazit: Mit dem Arts Total Return Dy­namic investieren Anleger mit ABS. Wer das Schutzsystem bewusst ausschalten will, kauft den Best Momentum.

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