Eichenfass statt Business Class

Mit unserer schlingernden Luftflotte will Austrian-Chef Vagn Sørensen hoch hinaus. Um innerlich wieder runterzukommen, hat sich der als Biertrinker geborene Däne nun ein schmuckes Weingarterl samt Winzerhaus in Grinzing angelacht.

Trocken ist er, jung und frisch, und runter geht er wie nix.“ Wenn Vagn Sørensen den Abgang seines Weins beschreibt, lässt er die flache Hand im spitzen Winkel
von der Tischplatte emporgleiten wie ein Flugzeug beim Abheben. Veltliner runter, Airbus rauf – doch das ist bei weitem nicht der einzige Gegensatz, auf den sich ein leidenschaftlicher Winzer einlassen muss, wenn er nebenberuflich Vorstandsvorsitzender der Austrian Airlines Group ist.

Immerhin ist da noch der Gegensatz zwischen Kosten und Nutzen. Wie viel ihn nur eine einzige jener rund 100 Siebenzehntelflaschen Veltliner kostet, die den jährlichen Output seines Grinzinger Weingartens darstellen, hat er aus gutem Grund noch nie exakt errechnet. So zwischen 20 und 30 Euro dürften sich vorsichtigen Schätzungen zufolge die Produktionskosten pro Bouteille der Sørensen-Auslese einpendeln. Ein Sümmchen, mit dem man in Zeiten aeronautischen Dumpings immerhin bereits ein Ticket nach Berlin oder London lösen könnte. Doch was soll’s: Weinbau ist für Sørensen Fliegen im Kopf – und Kopfflieger zwängen sich nicht in die überbuchte Economy-Class.

„Wahrscheinlich“, sinniert der der Captain unserer zivilen Nationalluftflotte, „sehnen sich gerade Manager unbewusst nach einer prononciert unvernünftigen Gegenwelt zu jener ökonomischen Vernunft, die ihren Berufsalltag bestimmt.“

Unbewusst gesucht, bewusst gefunden: oben in Grinzing, wo die letzten Ausläufer der Stadt in sanftes Rebenland übergehen, wo die ganz Reichen wohnen und die nicht ganz so Reichen sonntags in Konvois ihre Kinder, Großmütter und Hunderln Gassi führen. Ein schmucker Weinberg samt altem Winzerhaus, das einmal eine lauschige Vorstadtschenke beherbergte. Ein Motiv, wie von den kitschig überfrachteten Ölbildern der Heurigen-Extrazimmer abgekupfert oder der Staffage eines Hans-Moser-Films entlehnt und für Sørensen in die Realität verpflanzt.

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