Ehe ohne Trauschein

300.000 Paare leben ohne staatlichen Segen in wilder Ehe zusammen. Format beantwortet die zwanzig wichtigsten Fragen rund um die Themen Recht, Steuer und Vorsorge.

Das Jawort wird immer mehr zum Fremdwort. Laut Statistik Austria stieg die Zahl der freien Lebensgemeinschaften zwischen 1994 und 2004 um 88.000 auf 294.000. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch weit höher. Angesichts einer Scheidungsrate von 46 Prozent 2004 verwundert es nicht, dass viele den Schritt vor den Traualtar fürchten und sich deshalb nicht binden wollen. Hetero- und homosexuelle Lebensgemeinschaften sowie Patchworkfamilien liegen im Trend. Bei 45 Prozent der wilden Ehen sind auch Kinder mit an Bord.

Der Gesetzgeber duldet zwar das soziale Phänomen des Zusammenlebens ohne Trauschein und berücksichtigt solche Lebensmodelle in einzelnen Bestimmungen. „Doch das bedeutet nicht immer einen Vorteil für den jeweiligen Partner“, so Helene Klaar, renommierte Anwältin für Familienrecht. Bei der Notstandshilfe wird zum Beispiel das Einkommen des Lebensgefährten mit berücksichtigt, sodass der potenzielle Sozialhilfeempfänger oft um seine Unterstützung umfällt.
Die eheähnliche Gemeinschaft findet im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch aus dem Jahr 1811 naturgemäß keinen Niederschlag. Bis in die fünfziger Jahre mussten unverheiratete Paare sogar fürchten, rechtsstaatlich verfolgt zu werden. Es galt als Verstoß gegen die guten Sitten, wenn Unverheiratete zusammenlebten. Wer seine Wohnung an ein unverheiratetes Paar vermietete, musste fürchten, wegen Kuppelei verurteilt zu werden.

Heute kräht zwar kein Hahn mehr danach, wenn ein Paar ohne Trauschein zusammenwohnt. Doch die Freiheit hat ihren Preis. „Unverheiratete Paare haben zahlreiche Nachteile im Familienrecht, bei der Steuer und ganz besonders auch beim Erbrecht“, so Familienanwältin Klaar. Hinzu kommt, dass auch manche Versicherungsgesellschaften einen Unterschied zwischen unverheirateten und verheirateten Paaren machen und Ehepartnerrabatte bei Lebensgemeinschaften ohne Trauschein nicht gewähren. Auch das Thema Kinder spielt eine große Rolle. Vom Namensrecht bis hin zum Unterhalt macht das Fehlen eines Trauscheins alles etwas komplizierter. Schwer betroffen von der staatlichen Untätigkeit sind vor allem homosexuelle Paare. Diese haben keine Möglichkeit, ihre Partnerschaft mittels Ehe zu legitimieren und müssen deshalb gerade bei den Themen Eigentumserwerb, im Erbrecht und bei der Steuer auf zahlreiche Stolperfallen achten. FORMAT beantwortet die 20 wichtigsten Fragen rund um die Partnerschaft ohne Trauschein.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Chrono Award

Jetzt Lieblingsmodelle wählen und gewinnen!

Das große Geld macht einen großen Bogen um Bitcoins

Geld

Das große Geld macht einen großen Bogen um Bitcoins

Geld

Österreichisches Pensionssystem weltweit als schlechtes Beispiel