East Capital: Zweimal die Nummer eins im Osten

Neuer Präsident als Hoffnungsträger für die russische Börse.

Eigentlich sind Osteuropafonds ja eine Domäne der österreichischen Banken. Die besten Pro-dukte kommen aber von East Capital, einem ausschließlich in Osteuropa tätigen Spezialisten aus Schweden. So steht der East Capital Eastern Europe (ISIN SE0000888208) mit 375 Prozent Gesamtgewinn in den vergangenen fünf Jahren an der Spitze von 47 Osteuropaaktienfonds. Und der nur auf Russland beschränkte East Capital ­Russia (SE0000777708) hat im ­selben Zeitraum sogar 419 Prozent Gewinn gemacht, was ihn ebenfalls zur absoluten Nummer eins macht.

Im Flieger statt am Schreibtisch. Firmenchef Peter Hakansson zeigt als Grund für diesen Erfolg gerne ein Foto von seinem Schreibtisch her, der leer und verlassen in der Zentrale in Stockholm steht. Statt viel im Büro zu sitzen, sind der Anlagechef und die anderen 31 Investmentprofis lieber vor Ort in Osteuropa unterwegs und besuchen über 500 Unternehmen im Jahr. Oft genug finden sie dabei neue Anlage-Ideen. Die Folge ist eine besonders breite Streuung auf viele Einzeltitel, wodurch das Risiko der Fonds unterdurchschnittlich ausfällt – trotz der hohen Erträge. Der Osteuropafonds hat auch 100 Millionen in Österreich-Firmen mit Standbeinen im Osten investiert – in Raiff­eisen International, Erste Bank und den EDV-Dienstleister S & T. Dass sich Osteuropa heuer nicht der allgemeinen Börsenkrise entziehen konnte und das Jahr mit zweistelligen Verlusten begann, ist für Hakansson kein Grund zur Sorge, weil die Fundamentaldaten weiter attraktiv sind. Ganz besonders setzt er auf Russland. Der Ölpreis hat sich innerhalb eines Jahres von 50 Dollar pro Fass auf 100 Dollar verdoppelt, während die Kurse der Ölfirmen praktisch gleich hoch wie vor 12 Monaten notieren. Deshalb wurde im Russlandfonds der Anteil der Ölfirmen von 20 auf 44 Prozent erhöht. Außerdem sprechen die hohen Währungsreserven Russlands und der enorm wachsende Massenkonsum für einen Einstieg. Hakansson erwartet bald ein Ende der bisherigen Kurs­flaute. Ein Auslöser für steigende Notierungen könnte schon der Amtsantritt des neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew am 7. Mai sein.

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