Dollar bleibt Leitwährung, wird aber schwächer

Der Wechselkurs des Dollar gegenüber dem Euro nähert sich der 1,50- Marke. Verliert der Dollar seinen Status als globale Reservewährung?

Seit der Aufgabe des Systems fester Wechselkurse vor 35 Jahren wurde der Dollar zur instabilsten aller wichtigen Währungen: Als Leitwährung stellt der Dollar den „Hauptjeton“ im Devisenhandel dar. Seit sechs Jahren geht es mit dem Dollar nun bergab. Hauptgrund: das enorme Leistungsbilanzdefizit der USA, das sie als einziges Land in eigener Währung finanzieren kann, da der Dollar Leitwährung ist. Überdies zahlen die USA für ihre Auslandsschulden – zirka 7.000 Milliarden US-Dollar – de facto keine Zinsen: Die jährliche Neuverschuldung beträgt ein Vielfaches des Zinsendiensts für die „Altschuld“.

Mit den Maastricht-Kriterien hat die EU den eigenen Staaten eine solche „Ponzi-Finanzierung“ untersagt, den USA gewährt man sie seit 25 Jahren. Dies bedeutet für Überschussländer wie Deutschland, China oder Japan: Sie liefern mehr Güter in die USA, als sie von den USA beziehen. Erarbeitet werden die Porsches, Toyotas und Lenovos in den „Sparerländern“, benützt in den USA. Dafür erhalten die „Überschüssler“ immer mehr amerikanische Schuldtitel einschließlich „subprime mortgages“.

Je länger dieses „Spiel“ dauert, desto mehr verliert der Dollar an Glaubwürdigkeit und Wert. Dies ist allerdings nur für die Gläubiger ein Problem: Ihre Forderungen werden entwertet, und ihre Exporte verteuern sich. Die USA müssen hingegen keinesfalls ihre Zinsen erhöhen, um für Anleger attraktiver zu werden: Sie lassen den Wechselkurs einfach weiter sausen. „Our currency, your problem“, meinte ein US-Finanzminister einmal zu seinen Kollegen …

Der Dollar wird noch lange Leitwährung bleiben: Denn diese Rolle liegt in der Macht des Hegemonen begründet, wie die Geschichte zeigt, zuletzt 1944, als der Dollar zur „key currency“ gemacht wurde – entgegen dem Rat von Keynes, der eine supranationale Währung schaffen wollte. Globaler Hegemon werden die USA noch eine Weile bleiben. Den „Meistersparern“ wie Deutschland bleibt der Stolz, den USA Exportüberschüsse zu schenken, statt die Nachfrage im eigenen Land zu stärken.

Renault-Chef Ghosn wegen Veruntreuung bei Nissan in Haft

Wirtschaft

Renault-Chef Ghosn wegen Veruntreuung bei Nissan in Haft

Start-ups

startup300 übernimmt Crowdinvesting-Plattform Conda

Steuertipps

Für Unternehmer: 7 Steuerspartipps zum Jahresende 2018