Die Zukunft des Fernsehens wird digital

Fußball-Rechteinhaber Premiere wechselt von ATV zum ORF, ein Gericht stoppt das vorläufig. Was bedeutet das für die Zukunft des Privat-TV?

Im Mai 1977 erschien in der „Wochenpresse“ ein Kommentar des Chefredakteurs Franz Ferdinand Wolf, in dem dieser Regierung und Sozialpartner dafür lobt, dass sie sich endlich auf die Einführung von Privatfernsehen geeinigt haben. Vor knapp 30 Jahren hat die österreichische Politik also beschlossen, was bis heute umstritten ist.

Schon komisch, und mehr als das: Österreich könnte heute der Sitz des Medienriesen RTL sein. Aber Rote und Schwarze verhinderten schließlich Privatfernsehen. So schickte schließlich Radio Télévision Luxembourg TV-Wellen nach Deutschland, während Österreich zum Importeur von Privatfernsehen wurde. Heute gehen viele Werbemillionen zu RTL nach Köln und PRO 7 nach München. Österreichs Kreative haben nichts davon.

Immerhin, ein bisschen Privatfernsehen haben wir, und das ist gar nicht so schlecht. PULS-TV strahlt sein anfangs ungeliebtes Frühstücksfernsehen inzwischen national aus, Dominic Heinzl gestaltet die Gesellschaftsberichterstattung kompetent und fröhlich, Fußball und Filme haben ATV einige Anerkennung gebracht, und PRO 7 erreicht mit seinen Austria-News junge ZuseherInnen, die sonst kaum
an Nachrichten interessiert sind. Die Privatsender haben auch einige junge Gesichter hervorgebracht. Johanna Setzer, Norbert Oberhauser, Doris Golpashin und andere hätten auch im ORF einen Platz, Volker Piesczek wurde erst im Privat-TV ein Star.

Freilich wurde auch einiges versäumt. Gerade die letzten Jahre, in denen der ORF im Informationsbereich innovationsresistent war, hätte ATV nützen müssen, um etwa mit einer jungen, kritischen Nachrichtensendung zu punkten. Und warum der schwarze Hund auf den Fußball pinkelt, mit dem ATV seine Marke polieren wollte, hat auch niemand verstanden. Aber hier werden ohnehin die Gerichte entscheiden müssen. Die nahe Zukunft des österreichischen Privatfernsehens werden weder Richter noch Politiker entscheiden, sondern Werbekunden und Media-Agenturen. Die fernere Zukunft wird sich auf den digitalen Plattformen abspielen. Und da werden die Karten ohnehin wieder neu gemischt.

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