Die Zeit der Entscheidung

Der Abschluss des Bawag-Deals entwickelt sich zur Zitterpartie. Auch der Sanktus im Bundesvorstand schließt ein Überraschungsangebot nicht aus. Hinter den Kulissen wird heftig lobbyiert.

Nägel mit Köpfen wollen die bulligen Metallergewerkschafter machen. Es geht um den Verkauf der Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) und die diesbezüglichen Forderungen der einflussreichen Teilorganisation im Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). Am Freitagabend wird der ÖGB-Bundesvorstand – das oberste Entscheidungsgremium – in der Metallerzentrale in der Wiener Plösslgasse zusammentreffen, um über den Bawag-Verkauf abzustimmen. „Die Share-Purchase-Agreements der drei Interessenten habe ich vor mir liegen. In den Verträgen steht alles drin, außer der Angebotspreis. Der liegt bei Morgan Stanley im Panzerschrank“, sagte ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider Mittwochabend gegenüber FORMAT. „Im ÖGB finden derartige Informationen zu schnell den Weg in die Öffentlichkeit. Daher will ich das jetzt gar nicht wissen.“

Schneider erwartet, dass die Investmentbank Morgan Stanley bis zum Vorstandsmeeting alle Offerte „vergleichbar“ gemacht und das Bestgebot identifiziert hat, um es dann zur Abstimmung zu bringen. Schneider: „An erster Stelle steht der Preis, aber es gibt auch andere Faktoren, wie Haftungsgarantien oder Gewährleistungsfristen, die eine Rolle spielen.“

Weil selbst ein Sanktus des Bundesvorstands eine Nachbesserung in letzter Minute nicht ausschließt, verspricht der Bawag-Deal Spannung bis zum Schluss.

„Die Angebote liegen relativ nahe beieinander“, sagt ein mit dem Verkaufsprozess vertrauter ÖGB-Manager. Kolportiert wurden zuletzt Bruttopreise von 3,2 Milliarden Euro inklusive Kapitalerhöhung – das BayernLB-Gebot.

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