Die Wolfgang Reithofer Story:
Österreichs stärkster Manager

Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer schafft mit dem Ziegelkonzern Rekordbilanzen – und jagt als neuer Oberkontrollor die Politik aus den ÖBB.

Besprechung mit den Vorstandskollegen in aller Herrgottsfrüh, ab 9.30 Uhr Präsentation der neuen Rekordbilanz im Wiener Hotel Marriott, am Nachmittag Abflug nach London, begleitet von unzähligen Vieraugengesprächen mit hochkarätigen Investoren aus aller Welt, die sich in den späten Abend hineinziehen: Ein typischer Arbeitstag im Leben des Topmanagers Wolfgang Reithofer dokumentiert, warum der Generaldirektor der börsennotierten Wienerberger AG jeden Cent seiner Jahresgage von zuletzt 690.000 Euro (inklusive Erfolgsprämie) wert ist.

Bevor der Chef des weltgrößten Ziegelkonzerns Mittwochnachmittag mit einer Austrian-Maschine nach London jettete, halste er sich rasch noch einen Haufen neuer Arbeit auf: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel persönlich gelang es, seinen Duzfreund aus gemeinsamen Schultagen nach monatelangen Vorgesprächen dazu zu überreden, den Aufsichtsratsvorsitz der ÖBB zu übernehmen.

Die Politik ist erstmals entgleist. Infrastrukturminister und Vizekanzler Hubert Gorbach kriegt sich vor Freude über die gelungene Bestellung kaum ein: „Der Wahl des Vorsitzenden des Aufsichtsrats in der zweiten Aprilhälfte steht damit nichts mehr im Wege.“

Typisch für Wolfgang Reithofer: Er knüpfte seine Zustimmung an beinharte Bedingungen. Herausgekommen ist eine Bombenüberraschung. Erstmals wurde von der Politik als Eigentümervertreter ein ÖBB-Kontrollgremium vorgeschlagen, in dem keine Parteisekretäre sitzen – dafür so klingende Namen wie Airliner Niki Lauda, die Bankerin Regina Prehofer oder Managementguru Fredmund Malik.

Als Nachfolger von Ex-Opel-Austria-Chef Franz Rottmeyer übernimmt Reithofer bei den ÖBB einen überaus heiklen Job: Bei der Überwachung der laufenden Umstrukturierung der ÖBB in eine Dachholding mit vier untergeordneten, operativen Gesellschaften werden die Weichen auch personell neu gestellt.

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