Die Weinkeller der Bosse

Immer mehr Manager und Werber sammeln ihre edlen Kreszenzen in feinen Weinkellern, in denen sie sich vom Alltagsstress erholen. FORMAT wurde in die allerheiligsten Gemäuer eingeladen.

Böse Zungen behaupten, er habe seine neue Prachtvilla um einen einzigen Raum herum gebaut – den Weinkeller. Wolfgang Rosam, PR-Profi, Feinschmecker und seit kurzem Herausgeber eines neuen Gourmetführers (VIP-Gourmetclub), ist leidenschaftlicher Weinsammler. Er lagert zuhause immerhin 4.500 Flaschen, darunter Weine, angesichts deren sogar Spitzensommeliers vor Neid erblassen würden. Rosam: „Für mich ist dieser Keller ein einziger Traum. Er besteht aus 200 Jahre alten Ziegeln und war tatsächlich das erste Stück im Haus, das gebaut wurde.“

Eine Weinsammlung ist wie ein Vermächtnis. Immer mehr Spitzenmanager oder -werber leisten sich ein eigenes, nach allen Regeln der Kunst ausgestattetes Lager für ihre edlen Kreszenzen. Sie führen Kellerbücher wie Buchhalter, erwerben Weine bei internationalen Auktionen und laden ihre Freunde zu privaten Verkostungen in jenen Raum, der ihnen nicht selten am meisten ans Herz gewachsen ist.

So ein Weinsammler aus Passion ist Lorenz Fritz. Der ehemalige Generalsekretär der Industriellenvereinigung hatte sich sein nobles Hobby bereits Ende der 70er Jahre zugelegt. In seinem alten Lehmgemäuer kann der Weinliebhaber mittlerweile um die 5.000 Flaschen zählen – darunter eine ganz besondere Rarität: eine Magnum-Flasche des unbezahlbaren Château Mouton Rothschild Jahrgang 1945, ein Wein, vor dem viele Sammler ehrfürchtig in die Knie sinken würden.

Dass der Weinliebhaber bei der Fülle an Flaschen in seinem Keller nicht alle Tropfen selbst trinken kann, ist ihm klar. Seine Kollektion stellt für ihn ein Vermächtnis dar: „Es erfüllt mich mit Freude, wenn irgendwann einmal meine Kinder in den Weinkeller gehen werden, eine Flasche aufmachen und sagen: Wenigstens davon hat er was verstanden!“

Reichlich Kenntnis über Wein hat auch der Managing Director von JP Morgan Fleming, Berndt May, gesammelt. May liest nicht nur viel Fachlektüre, er hat sogar die Weinakademie besucht, um sein Wissen zu vertiefen. Dabei hat May bis zu seinem 35. Lebensjahr keinen Tropfen Alkohol getrunken. Erst bei Geschäftsessen ist er auf den Geschmack gekommen. „Inzwischen geht es mir nicht nur ums Weintrinken, für mich ist das auch eine intellektuelle Beschäftigung“, schwärmt er.

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