Die rechte Wachablöse

14,9 Prozent in Wien – damit hat Heinz-Christian Strache das Duell mit Jörg Haider für sich entschieden. Doch was kann der FPÖ-Chef mit seiner neuen Kraft anfangen?

Er spricht wie er, setzt auf die gleichen Themen, bei Interviews versucht er manchmal sogar seinen komisch kärntnerisch-oberösterreichischen Tonfall nachzumachen. Wie früher Jörg Haider ließ sich Heinz-Christian Strache am Sonntagabend bei der Jubelfeier nach der Wiener Landtagswahl stilsicher auf den Schultern seiner Anhänger feiern. Und noch etwas hat die neue FPÖ aus Jörg Haiders Zeiten übernommen: Am Montag nach der Wahl machten Strache und Co blau.

14,9 Prozent hat Strache nun also in Wien erreicht und damit nicht nur für die Überraschung der Landtagswahl gesorgt, sondern auch für eine Klärung der Fronten im rechten Lager: Jörg Haiders BZÖ kam nämlich gerade einmal auf 1,2 Prozent. In absoluten Zahlen liest sich das noch deprimierender für den Kärntner Landeshauptmann: Gerade einmal 7.720 Wiener haben sich für seine Parteischöpfung entschieden. Der FC Kärnten hat manchmal sogar in der zweiten Fußball-Liga mehr Zuschauer.

Knapp ein Jahr vor der nächsten Nationalratswahl hat der 36-jährige Zahntechniker nun also im rechten Machtpoker die besten Karten in der Hand. In allen Umfragen liegt die FPÖ klar vor dem BZÖ, dem nächsten Nationalrat dürften Strache & Gesinnungsfreunde mit der gleichen Sicherheit angehören, mit der das BZÖ rausfliegen wird.

Auch für den Wahlkampf scheint die FPÖ besser gerüstet zu sein. Im Gegensatz zum BZÖ verfügt die FPÖ, wie zuletzt in Wien sichtbar war, über einen einigermaßen funktionierenden Apparat, auch wenn, wie ein Strache-Intimus meint, „in manchen Ländern Wiederaufbauarbeit geleistet werden muss“. Und dann ist da noch die Sache mit dem Geld. Das BZÖ ist auch ein halbes Jahr nach der Gründung arm wie eine Kirchenmaus – Großspender fehlen nach wie vor, die spärlichen Mitgliedsbeiträge reichen noch nicht einmal für eine anständige Wahlparty, von Plakaten gar nicht zu reden. Und nachdem das BZÖ nur noch in Kärnten im Landtag vertreten ist, kommen auch aus den Bundesländern keine nennenswerten Beträge.

Anders die FPÖ: Die Strache-Führung hat die Schulden in der kolportierten Höhe von 3,5 Millionen Euro langfristig umgeschuldet. Ein FPÖ-Stratege: „Außerdem sind wir durch die Chance, wieder ins Parlament zu kommen, bei allen Banken wieder kreditfähig.“ Und allein aus Wien dürfte sich ein Geldregen über die FPÖ ergießen: Insgesamt 27 Millionen Euro schüttet die Gemeinde Wien jährlich an die im Gemeinderat vertretenen Parteien aus, für die FPÖ bleiben davon deutlich über fünf Millionen. Jährlich.

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